DAS NEUSTE

🏭 Wettbewerbsfähigkeit statt Selbstschädigung: Warum Deutschland bei Energie- und Industriepolitik Kurskorrektur braucht

📌 Einleitung: „Es bringt nichts, uns hier kaputtzumachen, während andere Länder davon profitieren“ – diese zugespitzte Formel trifft einen Nerv. Viele Betriebe sehen Standortvorteile schwinden, wenn Auflagen, Energiepreise und Unsicherheit schneller steigen als Planungssicherheit, Netzausbau und Investitionsbedingungen. Die Sorge: Wer die eigene Industrie mit immer neuen Lasten überzieht, verlagert Wertschöpfung, Innovation und Arbeitsplätze – und stärkt am Ende Wettbewerber anderswo.

🏗️ Hintergrund: Deutschlands industrielle Stärke beruht auf Verlässlichkeit, bezahlbarer Energie, solider Infrastruktur und klaren Regeln. Genau hier melden Unternehmen seit Längerem Störungen. In einem Energiewende-Barometer 2024 bewerten befragte Firmen die Auswirkungen auf ihre Wettbewerbsfähigkeit mit dem Indexwert minus 20 – dem zweitschlechtesten Ergebnis seit Beginn der Erhebung. Es ist kein Alarmismus, sondern ein nüchternes Stimmungsbild aus der Breite der Wirtschaft.

🌍 Produktionsverlagerung im Blick: Der Anteil der Industriebetriebe, die aufgrund energiepolitischer Rahmenbedingungen Produktionseinschränkungen oder eine Abwanderung ins Ausland erwägen, stieg von 16 Prozent (2022) auf 31 Prozent (2023) und 37 Prozent (2024). Das signalisiert eine strukturelle, nicht nur konjunkturelle Verschlechterung der Standortbedingungen.

Kostendruck und Preisniveau: Hohe und volatile Stromkosten bleiben eines der größten Probleme – besonders für energieintensive Branchen. Unternehmen fordern deshalb mehrheitlich Entlastungen bei staatlich induzierten Preisbestandteilen.

🧭 Planbarkeit statt Stop-and-go: Vier von fünf Betrieben sehen Engpässe in Übertragungs- und Verteilnetzen als wachsendes Risiko. Rund 90 Prozent verlangen bessere Rahmenbedingungen für Eigenversorgung und Direktlieferverträge, etwa PPAs. Der Wunsch ist klar: verlässliche, marktnahe Instrumente statt kurzfristiger Ad-hoc-Korrekturen.

🏛️ Standortpolitik mit Augenmaß: Rund 80 Prozent der Unternehmen dringen auf eine weitere Senkung von Steuern und Abgaben beim Strompreis. Gefordert werden zudem klare Prioritäten beim Netzausbau und technologieoffene Pfade beim Hochlauf von Wasserstoff – mit mehr Planungssicherheit jenseits politischer Wahlzyklen.

Fazit: Wettbewerbsfähigkeit ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis stabiler, vorhersehbarer Politik. Wer Klimaziele ernst nimmt und zugleich industrielle Stärke erhalten will, braucht drei Dinge:

  • Zuverlässige Kostenpfade bei Energie statt politisch getriebener Preisrisiken
  • Schnellere Genehmigungen und Netze, die Investitionen ermöglichen statt sie auszubremsen
  • Technologieoffenheit, damit Unternehmen den effizientesten Weg zu Emissionsminderungen wählen können

🗨️ Kommentar der Redaktion: Die Zahlen sind ein Warnsignal, das nicht ignoriert werden darf. Ohne planbare Energiepreise und belastbare Netze droht eine schleichende Deindustrialisierung. Der Staat sollte sich auf Ordnungspolitik, Entlastung und verlässliche Rahmenbedingungen konzentrieren, statt in kurzen Zyklen an Preisen und Vorgaben zu drehen. Klimapolitik muss marktnah und technologieoffen sein, sonst verlagern sich Emissionen und Arbeitsplätze nur ins Ausland. Wer Wohlstand will, muss Produktion ermöglichen – nicht behindern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktuelle Nachrichten

Folg uns

Folg uns auf Social Media

Verpasse keine News und Updates – folge uns jetzt!

Täglich aktuelle Nachrichten aus Zittau, der Oberlausitz und ganz Deutschland

Zittauer Zeitung | Echt. Lokal. Digital.