📉 Exporte brechen ein Deutschlands Ausfuhren sind im November 2025 kalender- und saisonbereinigt um 2,5 Prozent auf 128,1 Milliarden Euro gefallen, während die Importe um 0,8 Prozent auf 115,1 Milliarden Euro zulegten. Der Handelsüberschuss schrumpfte auf 13,1 Milliarden Euro und markiert den kräftigsten Monatsrückgang seit Anfang 2025 sowie einen der schärfsten Einbrüche der vergangenen anderthalb Jahre.
📊 Kernzahlen im Überblick Die jüngste Entwicklung zeigt eine deutlich schwächere Exportdynamik bei gleichzeitig robusteren Einfuhren.
- Exporte: −2,5 Prozent auf 128,1 Milliarden Euro
- Importe: +0,8 Prozent auf 115,1 Milliarden Euro
- Außenhandelsüberschuss: 13,1 Milliarden Euro (nach 17,2 Milliarden Euro im Oktober; vor einem Jahr 20,0 Milliarden Euro)
- Stärkster Monatsrückgang seit Anfang 2025
🌍 Regionale Schwerpunkte Besonders deutlich gaben die Ausfuhren in die EU nach, und zwar um 4,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. In die Eurozone sanken die Exporte um 3,9 Prozent, in die übrigen EU-Staaten um 4,8 Prozent. Die Ausfuhren in Drittstaaten gingen leicht um 0,2 Prozent zurück.
🤝 Wichtigste Handelspartner Die Exporte in die USA, weiterhin wichtigster Einzelmarkt, fielen im Monatsvergleich um 4,2 Prozent und lagen kalender- und saisonbereinigt gegenüber November 2024 um 22,9 Prozent niedriger. Die Ausfuhren nach China stiegen um 3,4 Prozent, während die Importe aus China kräftig um 8,0 Prozent zulegten. Die Exporte in das Vereinigte Königreich verminderten sich um 8,1 Prozent.
🧩 Hintergrund und Einordnung Die deutsche Volkswirtschaft bleibt stark exportorientiert und damit anfällig für Nachfrageschwächen in wichtigen Absatzmärkten. Bereits 2024 gingen die Ausfuhren im Jahresdurchschnitt um 1,0 Prozent zurück, wenngleich die Außenhandelsbilanz mit 241,2 Milliarden Euro deutlich positiv blieb. Vor diesem Hintergrund wirkt der aktuelle Dämpfer wie ein Rückfall in alte Muster: schwache Auslandsnachfrage bei gleichzeitig robusteren Einfuhren.
💶 Außenhandelsbilanz unter Druck Der Überschuss verringerte sich spürbar von 17,2 Milliarden Euro im Oktober auf 13,1 Milliarden Euro im November; vor einem Jahr lag er noch bei 20,0 Milliarden Euro. Damit verschiebt sich das Bild: Mehr Einfuhren bei schwächeren Ausfuhren drücken die Salden, obwohl das Ausfuhrniveau weiterhin hoch ist.
🧭 Ausblick und Handlungsbedarf Die Zahlen sind ein Warnsignal: Deutschlands exportgetriebene Wirtschaft spürt die schwache Auslandsnachfrage, besonders in Europa und den USA. Solange strukturelle Belastungen wie hohe Energiepreise, bürokratische Reibungsverluste und Investitionszurückhaltung bestehen, bleiben die Ausfuhren anfällig für externe Schocks. Eine konservative Antwort liegt nahe: Angebotsbedingungen verbessern, Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen, Standortkosten senken und verlässliche Rahmenbedingungen für Industrie und Mittelstand schaffen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Wer jetzt noch abwartet, riskiert eine Zementierung der Schwäche. Der Staat muss sich zurücknehmen, Verfahren verschlanken und Planbarkeit herstellen, damit private Investitionen wieder anlaufen. Energie- und Standortkosten gehören konsequent gesenkt, statt neue Lasten aufzubauen. Deutschland kann sich auf hohe Ausfuhrniveaus nicht ausruhen, wenn Kernmärkte schwächeln. Es gilt, die Angebotsseite zu stärken und so den Exportmotor zu stabilisieren, bevor die nächsten Schocks anstehen.


