🚨 Insolvenz und Notbetrieb Die DOMO Caproleuna GmbH und die DOMO Chemicals GmbH am Standort Leuna haben Insolvenz angemeldet. Der Standort wurde in den Notbetrieb überführt, betroffen sind mehrere hundert Beschäftigte. Der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther warnt, ein längerer Stillstand könne die Anlagen beschädigen und hätte gravierende Folgen für Standort und Gläubiger.
🏭 Verbundstandort Leuna Leuna zählt zu den größten Chemieclustern in Ostdeutschland. DOMO produziert dort unter anderem Polyamid 6, einen hitzebeständigen Kunststoff für Anwendungen in der Auto-, Elektro- und Konsumgüterindustrie. Der Standort arbeitet im Verbund mit zahlreichen Unternehmen und Zulieferern; ein Ausfall strahlt über die Werkstore hinaus in die Region. Nach Angaben des Standortbetreibers hätte ein Stillstand spürbare Auswirkungen auf den Chemie- und Energieverbund.
⚠️ Gefährdung von Anlagen und Werten Die Warnung vor Anlagenschäden unterstreicht die Dringlichkeit. Ein längerer Stillstand würde nicht nur materielle Werte gefährden, sondern auch die Leistungsfähigkeit des Standorts und die Position der Gläubiger.
🧩 Betroffene Gesellschaften Neben Leuna ist auch die DOMO Engineering Plastics GmbH im brandenburgischen Premnitz betroffen.
💸 Ursache der Schieflage Auslöser der Schieflage ist laut Medienberichten eine finanzielle Überlastung der belgischen Muttergesellschaft. Gespräche über ein Massedarlehen sind gescheitert.
🛑 Notbetrieb und Produktionsperspektive Der Notbetrieb dient der sicheren Herunterfahrt der Anlagen. Ob und wie die Produktion wieder hochgefahren werden kann, ist derzeit offen.
👷 Arbeitsplätze unter Druck Am Standort Leuna sind nach Unternehmensangaben Hunderte Arbeitsplätze gefährdet.
🔗 Auswirkungen auf den Verbund Ein Stillstand hätte spürbare Auswirkungen auf den Chemie- und Energieverbund. Die Verbundstruktur und regionale Verflechtungen verstärken die Ausstrahlung über die Werkstore hinaus.
- Ausstrahlung in die Region über die Werkstore hinaus
- Belastung des Chemie- und Energieverbunds bei Stillstand
- Abhängigkeiten zwischen Unternehmen und Zulieferern am Standort
- Unklare Perspektive für den Wiederanlauf der Produktion
- Risiken für Standort und Gläubiger bei längerem Stillstand
🔭 Ausblick und Handlungsbedarf Die Insolvenz bei DOMO ist mehr als ein einzelner Unternehmensfall und legt die Verwundbarkeit eines industriellen Kerns in Mitteldeutschland offen. Kurzfristig entscheidet sich, ob eine Sanierung oder eine Investorenlösung gelingt und der Verbund funktionsfähig bleibt. Mittel- bis langfristig braucht die Branche verlässliche Rahmenbedingungen mit wettbewerbsfähigen Energiepreisen, Planungssicherheit und weniger Bürokratie, sonst drohen weitere Ausfälle im industriellen Rückgrat.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Entwicklung ist ein Weckruf für die Industriepolitik. Ohne wettbewerbsfähige Energiepreise, Planungssicherheit und weniger Bürokratie bleibt jeder Appell wirkungslos. Jetzt braucht es zügige Entscheidungen über Sanierung oder Investorenlösung, um den Verbund funktionsfähig zu halten. Symbolpolitik hilft niemandem, gefragt sind belastbare Rahmenbedingungen und Verantwortungsbewusstsein. Wer den industriellen Kern erhalten will, muss handeln, nicht hadern.


