📊 Uneinheitliche Dynamik der Länder Die Wirtschaftsleistung stieg im dritten Quartal 2025 nur in der Hälfte der Bundesländer. An der Spitze lagen Hamburg mit plus 0,6 Prozent zum Vorquartal und Bayern mit plus 0,5 Prozent, während Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz jeweils minus 0,4 Prozent sowie das Saarland minus 0,6 Prozent verzeichneten. Das Ergebnis verdeutlicht die wachsende Kluft zwischen Dienstleistungszentren und industriell geprägten Regionen.
🧮 ifo-Messung und Kontext Die ifo-Ökonomen erfassen die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts auf Länderebene quartalsweise. Die Auswertung für das dritte Vierteljahr 2025 bestätigt das bekannte Muster: Wo Dienstleistungen dominieren, wird die Schwäche der Industrie eher abgefedert; wo die industrielle Wertschöpfung hoch ist, drücken Kosten, Auftragslage und globale Unsicherheiten stärker auf die Dynamik. Das Bild weist auf eine längerfristig zweigeteilte Konjunktur hin.
🟢 Gewinner Hamburg und Bayern Hamburg profitierte als Dienstleistungs- und Logistikknoten, Bayern legte ebenfalls zu. Beide Länder führten das Wachstumstableau im Ländervergleich an und stützten damit die insgesamt schwache gesamtdeutsche Dynamik in diesem Zeitraum.
🔴 Schwäche in einzelnen Industrieregionen In Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und im Saarland schrumpfte die Wirtschaftsleistung. Die Analysen verweisen auf regionale Wirtschaftsstrukturen und internationale Verflechtungen als zentrale Treiber der Unterschiede, die die derzeitige Industrieschwäche in diesen Ländern deutlicher zutage treten lassen.
⚖️ Geteilte Erholung Exakt in der Hälfte der Länder verzeichnete das BIP ein Plus, in der anderen Hälfte ein Minus. Das spricht für eine fragile Erholung, die regional unterschiedlich durch den Dienstleistungssektor kompensiert wird, während die Industrie vielerorts bremst.
🛠️ Standortpolitik gefordert Die Befunde mahnen zu einer Ordnungspolitik mit klarem Kompass: mehr Planbarkeit, weniger Bürokratie- und Energiekosten sowie schnellere Genehmigungen, damit Industrie und Mittelstand wieder investieren. Dienstleister allein tragen die Volkswirtschaft nicht; ohne wettbewerbsfähige industrielle Basis bleibt das Wachstum anfällig und regional unausgewogen. Die Zahlen aus dem dritten Quartal 2025 liefern den aktuellen Beleg und setzen die Politik unter Zugzwang, Rahmenbedingungen zu schaffen, die über kurzfristige Strohfeuer hinausreichen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern Resultat politischer Versäumnisse. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen wird die Spaltung zwischen Dienstleistungszentren und industriellen Regionen weiter wachsen. Wer es mit Wohlstand ernst meint, senkt Kosten, entschlackt Regeln und beschleunigt Verfahren statt neuer Programme. Subventionen sind kein Ersatz für wettbewerbsfähige Energiepreise und Rechtssicherheit. Deutschland braucht jetzt Disziplin in der Standortpolitik und Priorität für Industrie und Mittelstand.


