📰 Überblick Der deutsche Arbeitsmarkt hat den Jahreswechsel mit Gegenwind vollzogen: Im Dezember 2025 stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen gegenüber November um 23.000 auf 2.908.000 Personen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 6,2 Prozent; im Vorjahresvergleich waren 101.000 Menschen mehr ohne Job. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlichte die Daten am 7. Januar 2026.
🗓️ Jahresrückblick 2025 Im Jahresdurchschnitt verzeichnete Deutschland 2.948.000 Arbeitslose, 161.000 mehr als 2024; die Quote lag bei 6,3 Prozent. BA-Chefin Andrea Nahles sprach von einem schwächer gewordenen Arbeitsmarkt, der womöglich bereits die „Talsohle“ erreicht habe – ein verhaltener Optimismus, der die konjunkturelle Flaute gleichwohl nicht kaschiert.
📊 Saisonbereinigte Entwicklung Saisonbereinigt erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Dezember um 3.000. Die Unterbeschäftigung, ein umfassenderer Indikator, lag bei 3.572.000 und sank saisonbereinigt leicht um 3.000.
🏭 Kurzarbeit und Beschäftigung Die Inanspruchnahme von konjunkturellem Kurzarbeitergeld belief sich im Oktober 2025 nach vorläufigen Hochrechnungen auf 203.000 Beschäftigte. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stagnierte: Von September auf Oktober 2025 gab es saisonbereinigt keine Veränderung; gegenüber dem Vorjahr lag der Stand bei 35,23 Millionen um 11.000 niedriger. Diese Daten deuten auf anhaltend verhaltene Personalnachfrage und eine nur schwache Dynamik am Stellenmarkt hin.
🔎 Einordnung und Ausblick Der Anstieg auf gut 2,9 Millionen Arbeitslose markiert keinen Einbruch, aber eine ernstzunehmende Delle, die wirtschaftspolitisch nicht kleingeredet werden sollte. Ohne kräftigen Wachstumsimpuls droht 2026 ein zäher Arbeitsmarkt mit erhöhtem Sockel an Unterbeschäftigung.
🧭 Handlungsfelder Gefordert ist eine Politik, die Standortstärke, Investitionen und Arbeitsanreize in den Mittelpunkt stellt.
- Verlässliche Energiepreise
- Weniger Abgaben- und Bürokratielasten
- Schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren
- Konsequente Qualifizierung
- Passgenaue Arbeitsmigration
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Zahlen sind ein Weckruf: Ohne verlässliche Energiepreise, weniger Abgaben- und Bürokratielasten sowie schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren bleibt der Arbeitsmarkt zäh. Qualifizierung muss konsequent greifen, Arbeitsmigration passgenau erfolgen. Alles andere wäre Verwaltung des Status quo. Gefordert ist eine Politik, die Standortstärke und Investitionen konsequent priorisiert. Jetzt zählt Umsetzung statt Ankündigungen.


