DAS NEUSTE

🏭 Standort am Kipppunkt: DIHK warnt vor De‑Industrialisierung – Politik muss handeln

🏭 Warnung der DIHK Die Deutsche Industrie- und Handelskammer sieht den Industriestandort Deutschland in einer kritischen Phase. Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov warnt vor „klaren Anzeichen“ einer schleichenden De-Industrialisierung: Seit 2019 sind rund 400.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen, 2025 gab es mehr als 1.600 Insolvenzen allein in der Industrie – den höchsten Wert seit zwölf Jahren. Als Ursachen nennt die DIHK gestiegene Arbeits- und Energiekosten, eine hohe Steuerlast und fortdauernde Bürokratie. „Die Gefahr ist real“, mahnt Melnikov.

📉 Gedämpfte Konjunkturerwartungen Die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung bleiben verhalten. Für 2026 rechnet die DIHK lediglich mit einem Wachstum von 0,7 Prozent – kein Aufschwung, sondern ein Minimalwert, der zum Teil kalendarisch begünstigt wird. Nach drei Jahren ohne nennenswertes Wachstum ist das Signal schwach und unterstreicht die strukturellen Probleme des Standorts.

📊 Ergebnisse der Konjunkturumfrage Die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage zeigt eine verunsicherte Wirtschaft: Nur 15 Prozent der Betriebe erwarten eine Verbesserung, ein Drittel will Investitionen kürzen, jedes vierte Unternehmen plant Stellenabbau.

🏦 Geldpolitik ohne Investitionswirkung Die jüngsten Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank reichen laut DIHK nicht aus, um Investitionsimpulse zu setzen. Ohne verlässliche Perspektive investieren Unternehmen selbst bei günstigeren Finanzierungskosten nicht.

🌍 Risiken für Wertschöpfung und Standort Vor diesem Hintergrund drohen Wertschöpfungsverluste und weitere Verlagerungen mittelständischer Produktion ins Ausland.

🛠️ Agenda für Wettbewerbsfähigkeit Um die Abwanderung von Produktion, Know-how und gut bezahlter Arbeit zu stoppen, braucht es eine klare, priorisierte Standortagenda mit folgenden Schwerpunkten:

  • Planbare und wettbewerbsfähige Energiepreise
  • SpĂĽrbare Steuerentlastung fĂĽr Unternehmen
  • Entschlossener BĂĽrokratieabbau
  • Schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren
  • Verlässliche, technologieoffene Rahmenbedingungen fĂĽr Investitionen

⏳ Handlungsdruck Deutschlands industrielle Substanz steht unter Druck. Wer die Abwanderung verhindern will, muss jetzt handeln. Die Diagnose ist gestellt – das Zeitfenster für entschlossenes Handeln schließt sich.

🗨️ Kommentar der Redaktion Deutschland braucht eine Rückkehr zur nüchternen Standortpolitik: weniger Symbolik, mehr Umsetzungskraft. Priorität haben bezahlbare Energie, niedrigere Steuern und der Abbau von Bürokratie – pragmatisch, zügig, messbar. Wachstum entsteht nicht durch Regulierungsflut, sondern durch verlässliche Rahmenbedingungen, die Investitionen wieder lohnend machen. Jede weitere Verzögerung treibt die schleichende De-Industrialisierung voran und kostet Wohlstand. Wer Verantwortung trägt, muss jetzt Prioritäten setzen und liefern.

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