đ° Kostenrahmen auĂer Kontrolle
đ Aus rund 37 wurden etwa 58 Millionen Euro: Der Umbau des Heinz-Steyer-Stadions hat den ursprĂźnglichen Finanzrahmen deutlich Ăźberschritten. Ein vertraulicher PrĂźfbericht beleuchtet die GrĂźnde fĂźr die Mehrkosten und zeigt Defizite im Projekt auf. FĂźr eine Stadt mit knappen Kassen ist das keine bloĂe Abweichung, sondern ein LehrstĂźck Ăźber Planung, Steuerung und politische Verantwortung.
đď¸ Projekt und Ausstattung
đď¸ Seit 2021 wurde das traditionsreiche Stadion im Sportpark Ostra zu einer modernen Mehrzweckanlage ausgebaut. HerzstĂźck ist die neue SĂźdtribĂźne mit zusätzlichen Sport- und Vereinsflächen, darunter Fechthalle, Squashcourts, Kraft- und Athletikbereiche sowie Räume fĂźr Vereine und sportnahe Dienstleistungen. Die Anlage verfĂźgt Ăźber 10.400 Sitzplätze und ist durch mobile TribĂźnen auf bis zu 15.000 Zuschauer erweiterbar.
đś Die Stadt bezifferte die Kosten im Sommer 2024 auf rund 54 Millionen Euro. Der Freistaat steuerte vier Millionen Euro bei und zusätzlich etwa 770.000 Euro fĂźr die Entsorgung kontaminierten Bodens.
đ° Treiber der Mehrkosten
𧊠Erweiterter Leistungsumfang: Während des Projekts wurde das Stadion funktional aufgewertet, insbesondere durch die multifunktionale Sßdtribßne mit zusätzlichen Flächen. Diese Ergänzungen steigern Bau- und Ausstattungsaufwand und wirken als Kostentreiber, auch wenn sie die spätere Nutzung deutlich verbessern.
â ď¸ Unterschätzte Komplexität und Nachsteuerungen: Der vertrauliche Bericht der städtischen Seite macht Missstände sichtbar. Er legt nahe, dass Nachträge und späte Anpassungen â typische Folgen unpräziser Planung oder unzureichender Projektsteuerung â den Finanzrahmen gesprengt haben. Es geht damit nicht nur um Materialpreise, sondern um Managementqualität.
đ Preis- und Markteffekte: In der Fertigstellungsphase schlagen allgemeine Baupreissteigerungen und aufwendige technische AusrĂźstung Ăźberproportional zu Buche. Hinzu kommen erhĂśhte Anforderungen an eine wettkampftaugliche Leichtathletikanlage samt Infrastruktur â von Zuschauerlogistik bis Haustechnik.
đą Infrastruktur- und Umweltauflagen: Die zusätzlich gefĂśrderte Altlastenentsorgung zeigt, dass Umweltthemen budgetwirksam waren. Solche, teils erst im Bauprozess konkret werdenden Anforderungen verursachen direkte Zusatzkosten und häufig auch Bauzeit- sowie Koordinationsaufwand.
đ Vom 54-Millionen-Projekt zur Endabrechnung
đ§ž Nach der stadtoffiziellen Bezifferung von rund 54 Millionen Euro kamen weitere Posten und Nachträge hinzu â insgesamt ist von etwa 58 Millionen Euro die Rede. Genau dieses Delta adressiert der PrĂźfbericht. Entscheidend ist Transparenz darĂźber, was auf Leistungsänderungen, Marktpreise oder Steuerungsfehler entfällt, um belastbare Lehren zu ziehen.
đ§ Lehren fĂźr kĂźnftige Projekte
â Das neue Heinz-Steyer-Stadion ist ein Aushängeschild der Sportstadt Dresden â aber es wurde deutlich teurer als geplant. Die Ursachen liegen im Zusammenwirken aus erweitertem Leistungsumfang, Auflagen, Preisumfeld und erkennbaren Steuerungsdefiziten. FĂźr kommende GroĂvorhaben braucht es klar definierte Ziele, belastbare Kosten- und Risikobudgets, striktes Ănderungsmanagement â und eine politische Kultur, die LeistungswĂźnsche frĂźh beziffert und ehrlich priorisiert.
đ¨ď¸ Kommentar der Redaktion
đ¨ď¸ Dresden braucht jetzt Kostenwahrheit und Konsequenz. Wer den Leistungsumfang erweitert, muss das offen beziffern und gegenfinanzieren â oder verzichten. Der PrĂźfbericht gehĂśrt auf den Tisch, als Grundlage verbindlicher Standards fĂźr Planung und Steuerung. Politische Verantwortung misst sich nicht an symbolträchtigen Projekten, sondern an Disziplin gegenĂźber dem Haushalt. KĂźnftige Vorhaben sollten erst starten, wenn Umfang, Risiken und Reserven belastbar hinterlegt sind. Wer das nicht sicherstellen kann, sollte keine GroĂprojekte anstoĂen.


