⚡ Ein nächtlicher Schlag erschüttert Caracas In der Nacht auf den 3. Januar 2026 erschütterten Explosionen Caracas; über der Hauptstadt wurden Kampfjets gemeldet. Kurz darauf erklärte US‑Präsident Donald Trump, die USA hätten Venezuelas Präsident Nicolás Maduro festgesetzt und würden das Land „vorübergehend führen“, bis ein geordneter Übergang gesichert sei.
✈️ Operation und Festsetzung Nach übereinstimmenden Berichten wurden in den frühen Morgenstunden mehrere Ziele im Raum Caracas angegriffen. Trump sprach später von einer Operation, in deren Zuge Spezialkräfte Maduro festnahmen. Der Staatschef sei über einen US‑Marineverband außer Landes gebracht und am Samstagabend in New York in Gewahrsam genommen worden.
🛢️ US‑Anspruch und Ölagenda Trump stellte eine führende Rolle US‑amerikanischer Ölkonzerne bei der Sanierung der maroden Energiewirtschaft in Aussicht. Große Unternehmen sollen „hineingehen“ und die heruntergewirtschaftete Infrastruktur instandsetzen—ein Vorhaben, das Branchenkennern zufolge Jahre dauern dürfte.
🏛️ Reaktion der venezolanischen Führung Die Regierung in Caracas sprach von „militärischer Aggression“ und rief den Notstand aus. Vizepräsidentin Delcy Rodríguez verurteilte die Festsetzung als Entführung, betonte, Maduro sei „der einzige Präsident“ Venezuelas, und wurde per Gerichtsbeschluss angewiesen, interimistisch die Amtsgeschäfte zu übernehmen. Trump behielt sich vor, nötigenfalls auch Bodentruppen einzusetzen.
🌐 Internationale Resonanz Die Reaktionen fielen gespalten aus: Insbesondere China und Russland kritisierten das Vorgehen scharf, während mehrere lateinamerikanische Staaten sich zurückhaltend bis ablehnend äußerten.
🔍 Ressourcenkonflikt und strategischer Rahmen Die Berliner Zeitung ordnet die Eskalation als Kulminationspunkt eines jahrelangen Ringens um Venezuelas Rohstoffreichtum ein. Seit dem Machtantritt Hugo Chávez 1999 und der Re‑Nationalisierung des Ölsektors verschärften sich die Spannungen mit Washington; Sanktionen, juristische Auseinandersetzungen und politischer Druck prägten die Beziehungen. Vor dem Hintergrund einer massiven US‑Militärpräsenz in der Karibik seit 2025 sowie anhaltender Sanktionen skizziert das Blatt einen längeren hybriden Konflikt, in dem ökonomische, rechtliche und militärische Instrumente verzahnt werden, um Zugriff auf Förderrenten und Raffineriekapazitäten zu steuern.
🔧 Energiepolitische Realitäten Selbst bei politischem Willen und kapitalstarken Investoren ist ein schneller Förderhochlauf nicht realistisch. Die Sanierung von PDVSA, die Wiederinbetriebnahme der Infrastruktur und die Anpassung von Raffinerien an schweres Rohöl sind mehrjährige Aufgaben; kurzfristige Entlastungen bei Versorgung oder Preisen sind daher unwahrscheinlich.
⚖️ Rechts- und Machtfragen Konservativ‑nüchtern betrachtet markiert der nächtliche Schlag weniger einen klaren Wendepunkt als den Beginn einer Phase strategischer Ungewissheit. Offen sind die völker‑ und verfassungsrechtliche Bewertung der Festsetzung eines amtierenden Staatsoberhaupts und die praktische Ausgestaltung „vorübergehender“ US‑Verantwortung in einem weiterhin funktionsfähigen venezolanischen Machtapparat ohne klar definiertes Mandat, Exit‑Strategie und Partner.
🧭 Drei Risiken im Überblick Im Zentrum stehen drei miteinander verwobene Problemfelder, die den weiteren Verlauf prägen dürften:
- Völker- und verfassungsrechtliche Dimension mit absehbaren Folgekonflikten vor Gerichten und in multilateralen Gremien.
- Operative Umsetzung einer „vorübergehenden“ Verantwortung ohne klares Mandat, Exit‑Strategie und belastbare Partner in Caracas.
- Energiepolitische Realität: mehrjährige Sanierung von PDVSA, Anpassungen an schweres Rohöl und verzögerter Förderhochlauf.
🇪🇺 Konsequenzen für Europa und Deutschland Für europäische Akteure gilt: Es braucht klare Kriterien—Rechtsbindung, Verhältnismäßigkeit, Planbarkeit—statt symbolischer Politik. Eine belastbare Vermittlungs- und Sanktionsstrategie muss zugleich die Stabilität der Region, die Resilienz globaler Energieströme und das legitime Sicherheitsinteresse westlicher Staaten berücksichtigen. Alles andere verlängert die Eskalationsspirale und erhöht die politischen, ökonomischen und menschlichen Kosten.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Operation verschiebt Machtfragen, löst sie aber nicht. Ohne rechtlich sauberes Mandat und klare Exit‑Strategie droht eine offene Endverantwortung mit unkalkulierbaren Folgekosten. Wer schnelle ölpolitische Erträge verspricht, unterschätzt den maroden Zustand von Infrastruktur und Institutionen. Deutschland und Europa brauchen jetzt kühle Nerven, strikte Rechtsbindung und Priorität für Sicherheit der Lieferketten. Symbolpolitik und moralische Pose sind fehl am Platz; gefragt sind klare Kriterien, realistische Ziele und Durchhaltefähigkeit.


