🚆 Verspätete Öffnung Bahnreisende in Bischofswerda müssen weiterhin den Umweg über die provisorische Fußgängerbrücke nehmen. Die Deutsche Bahn hatte die Freigabe der modernisierten Personenunterführung für den 22. Dezember 2025 angekündigt, doch die Öffnung blieb aus. Als Grund nennt das Unternehmen kurzfristige Probleme beim Auftragnehmer. Nun wird die Inbetriebnahme für Januar 2026 in Aussicht gestellt; die Aufzüge sollen erst im ersten Quartal 2026 folgen.
🏗️ Hintergrund des Projekts Der Bahnhof Bischofswerda wird seit 2023 schrittweise barrierefrei ausgebaut. Die Unterführung war rund zwei Jahre gesperrt; der Zugang zu den Gleisen 2 und 3 erfolgte über eine groß dimensionierte Behelfsbrücke. Parallel modernisiert die Deutsche Bahn Treppen, Tunnelwände und Bahnsteigdächer; zwei neue Aufzüge wurden baulich vorbereitet. Die Investition von mehr als fünf Millionen Euro stammt von Bund und Bahn. Ursprünglich sollten die Aufzüge bereits im Sommer 2025 nutzbar sein.
📅 Terminbruch kurz vor Weihnachten Die Diskrepanz zwischen Ankündigung und Realität sorgt für Verärgerung bei Pendlern. Statt der versprochenen Freigabe kurz vor Weihnachten blieb der Tunnel verschlossen. Die Bahn begründet die Verzögerung damit, dass die ausführende Firma den Termin kurzfristig nicht wahrnehmen konnte; ein neuer Termin wird abgestimmt.
♿ Belastung für Reisende Bis zur Öffnung bleibt der Weg über die Behelfsbrücke mit Dutzenden Stufen je Richtung unvermeidlich – für mobilitätseingeschränkte Menschen, Familien mit Kinderwagen oder Reisende mit Gepäck eine spürbare Belastung. Die Brücke sollte unmittelbar nach Tunnelöffnung gesperrt werden; diese Maßnahme verschiebt sich nun ebenfalls.
🛗 Aufzüge und nächste Schritte Für die beiden Aufzüge nennt die Bahn weiterhin einen Zeitraum im ersten Quartal 2026; ein genaues Datum fehlt. Der barrierefreie Zugang ist damit vorerst nicht vollständig hergestellt.
🧭 Einordnung und Ausblick Der Fall Bischofswerda steht exemplarisch für das, was Fahrgäste seit Jahren kritisieren: ambitionierte Zusagen, gefolgt von Terminrutschen und unklarer Kommunikation. Wer Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Schiene stärken will, braucht belastbare Zeitpläne, verlässliche Projektsteuerung und frühzeitige Information der Öffentlichkeit. Solange der Tunnel geschlossen bleibt und die Aufzüge nicht laufen, empfiehlt sich für Reisende zusätzliche Zeit einzuplanen. Die Bahn ist nun gefordert, die Freigabe im Januar 2026 einzuhalten und die offenen Restarbeiten zügig, transparent und ohne weitere Überraschungen abzuschließen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Es ist inakzeptabel, eine Freigabe zu versprechen und kurz vor dem Termin zurückzurudern. Wer öffentliche Mittel in Millionenhöhe einsetzt, muss Termine halten oder Verzögerungen früh und klar kommunizieren. Die Leidtragenden sind Pendler und Menschen mit eingeschränkter Mobilität; deren Bedürfnisse dürfen nicht erneut nachrangig behandelt werden. Die Freigabe im Januar 2026 muss verbindlich sein – ohne erneute Ausreden. Transparente Projektsteuerung und verlässliche Informationen sind überfällig.


