📰 Debatte um CO₂-Bepreisung entzündet Proteste Nach Äußerungen von ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand zur Bepreisung von Benzin und Diesel kocht die Diskussion unter Autofahrern hoch; in sozialen Netzwerken kündigten zahlreiche Nutzer ihren Austritt an, während der Club um Einordnung bemüht ist und pauschale Forderungen nach „teurer Tanke“ zurückweist.
📣 Starker Widerhall in sozialen Netzwerken Auslöser der Empörung war ein Interview, in dem Hillebrand höhere Kraftstoffpreise als mögliches Instrument zur Zielerreichung einordnete; daraufhin veröffentlichten Nutzer auf X und Facebook Kündigungsbekundungen und warfen dem Club eine Entfremdung von den Interessen klassischer Verbrennerfahrer vor.
🧭 Position des ADAC Der ADAC betont, die Aussagen seien verkürzt wiedergegeben: Man sei nicht pauschal für höhere Spritpreise, sondern sehe die CO₂-Bepreisung als Teil eines Maßnahmenbündels und lehne isolierte Preisaufschläge ohne flankierende Schritte ab.
⚖️ Klimapolitischer Rahmen Der Streit fällt in eine Phase steigender Abgaben auf fossile Energieträger; der nationale CO₂-Preis steigt zum Jahreswechsel in einen Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne, was sich nach Berechnungen des Clubs mit rund drei Cent pro Liter bei Benzin und etwas weniger bei Diesel bemerkbar machen dürfte, während auf EU-Ebene die Einführung eines Emissionshandels für Straßenverkehr und Gebäude zeitlich gestreckt wird, um Preisspitzen zu dämpfen.
🧰 Maßnahmenbündel statt Einzelinstrument Nach Club-Lesart wirken Preissignale nur dann fair und zielführend, wenn attraktive Alternativen verfügbar sind und die Infrastruktur verlässlich funktioniert; andernfalls drohen Fehl- und Überbelastungen.
🔌 Elemente der Entlastung und Alternative Als Bausteine nennt der Club insbesondere folgende Punkte:
- Entlastete Ladestrompreise
- Zügiger Ausbau der Ladeinfrastruktur
- Soziale Ausgleichsmechanismen
👥 Größte Mitgliederorganisation unter Druck Mit rund 22 Millionen Mitgliedern verweist der ADAC auf seine Breite; die starke Resonanz auf die Interviewpassagen zeigt, wie politisch aufgeladen Preissignale an der Zapfsäule sind und wie sensibel viele Haushalte auf zusätzliche Belastungen reagieren.
🔍 Konfliktlinie zwischen Klimazielen und Alltag Sichtbar wird ein Grunddilemma der Verkehrswende: Steuernde Preise können Emissionen senken, stoßen aber dort auf Widerstand, wo verlässliche und bezahlbare Alternativen fehlen oder zu langsam bereitstehen.
🗂️ Kommunikationsbedarf Der Club versucht seine Linie zu schärfen und auf Differenzierung zu pochen; entscheidend wird sein, Preissignale stets mit praktikablen Optionen zu koppeln, um Akzeptanz zu sichern und soziale Schieflagen zu vermeiden.
🧭 Fazit Gefragt ist konservative Nüchternheit statt Symbolpolitik: Preisliche Lenkung kann nur dort Akzeptanz finden, wo Alternativen verlässlich und bezahlbar sind; ein Automobilclub wird daran gemessen, ob er Mobilität schützt, soziale Balance wahrt und technologische Offenheit sichert – nicht daran, ob er neue Belastungen befürwortet.
🏁 Ausblick Für den ADAC bedeutet das, Klimaschutz bejahen, ohne den Alltag der Mitglieder zu überfordern – mit marktwirksamen Strompreisen, schneller Infrastruktur und zielgenauen Entlastungen statt pauschaler Mehrkosten.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Aufruhr ist ein Warnsignal: Wer Preissignale setzt, muss zuerst Alternativen liefern. Ohne günstigen Ladestrom, dichte Ladepunkte und sozialen Ausgleich bleibt CO₂-Bepreisung ein theoretisches Konstrukt auf dem Rücken der Pendler. Ein Automobilclub hat Mobilität und soziale Stabilität zu schützen, nicht neue Belastungen zu ventilieren. Klimaschutz braucht Pragmatismus, Priorität für Versorgungssicherheit und technologische Offenheit. Der ADAC sollte diese Linie unmissverständlich vertreten und Symbolpolitik konsequent meiden.


