🚨 Tat und Ermittlungen: In der hölzernen Dorfkirche Sankt Christophorus in Kryštofovo Údolí (Bezirk Liberec) sind acht Ölgemälde aus dem 18. Jahrhundert entwendet worden. Der Verlust wurde am 26. Dezember 2025 entdeckt; nach bisherigem Stand liegt das Tatfenster zwischen Ende Juli und dem zweiten Weihnachtsfeiertag. Der Schaden wird auf über 500.000 Kronen beziffert, die Ermittlungen laufen wegen schweren Diebstahls.
🖼️ Motiv und Material: Bei den gestohlenen Arbeiten handelt es sich um Ölbilder auf Holztafeln zum Motiv „Totentanz“, das in Böhmen vom Spätmittelalter bis ins Barock verbreitet war.
🏛️ Historischer Kontext: Der Zyklus war historisch der zum Kirchenareal gehörenden Totenkapelle zugeordnet. In der kommunistischen Ära wurde der Bestand zum Schutz in das Nordböhmische Museum Liberec verbracht und 2013 an die Kirche zurückgegeben.
⛪ Ort und Ensemble: Die Kirche ist eine barocke, verschindelte Holzkirche. Sie gehört zu einem denkmalpflegerisch bedeutenden Ensemble mit separater Glockenstube, Pfarrhaus und Friedhof und gilt als Anziehungspunkt des Ortes.
🔐 Aufbewahrung zum Tatzeitpunkt: Nach Angaben der Regionalpolizei und der Pfarrei waren die Bilder nicht ausgestellt, sondern innerhalb des Kirchenkomplexes verwahrt.
🕵️ Unklarheiten im Tathergang: Unklar ist, ob einzelne Täter oder eine Gruppe am Werk war; Spuren zu Einbruchstechnik, möglichem Fluchtweg oder potenziellen Hehlerketten wurden nicht öffentlich gemacht.
📞 Zeugenaufruf: Die Ermittler bitten um sachdienliche Hinweise zur Täterschaft oder zum Verbleib der Kunstwerke. Hinweise nimmt die Polizei unter der Notrufnummer 158 sowie der Dienstnummer 974 466 477 entgegen.
⚠️ Verwundbarkeit des Kulturerbes: Der Fall zeigt die Verwundbarkeit sakraler Kulturgüter in ländlichen Regionen. Historische Kirchen verfügen häufig über wertvolle Ausstattungen, während Mittel für Inventarisierung, Sicherungstechnik und Überwachung knapp sind.
🛡️ Prävention und Folgerungen: Erforderlich sind konsequentere Schutzmaßnahmen – von diskreten Alarm- und Sensorlösungen über dokumentierte Leihgaben bis zur engeren Abstimmung zwischen Denkmalschutz, Museen und Polizei. Der aktuelle Kunstraub sollte nicht nur aufgeklärt werden, sondern als Anlass für eine nüchterne Bestandsaufnahme der Sicherheitsstandards dienen.
🗨️ Kommentar der Redaktion: Dieser Fall ist kein bedauerlicher Einzelfall, sondern ein Symptom nachlässiger Prioritätensetzung. Wer Kulturerbe verwahrt, trägt Verantwortung und kann sich nicht auf Zufallsschutz verlassen. Die zuständigen Träger müssen Sicherheitsstandards verbindlich, überprüfbar und flächendeckend durchsetzen. Der Appell an die Bürger ist richtig, ersetzt aber keine robuste Technik und klare Zuständigkeiten. Ordnung, Schutzpflicht und Respekt vor sakralen Räumen dürfen nicht verhandelbar sein.


