🛠️ Verlässliche Daseinsvorsorge gefordert: Handwerk mahnt Infrastruktur-Offensive für Ostsachsen

🛠️ Forderung des Handwerks Das ostsächsische Handwerk verlangt von der sächsischen Landesregierung verlässliche Versorgungsstrukturen und gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, Andreas Brzezinski, sieht die Politik in der Pflicht, öffentlichen Nahverkehr, schnelles Internet und soziale Infrastruktur in ländlichen Räumen zu sichern und auszubauen. Hintergrund ist ein deutlicher Rückgang der Handwerksbetriebe in Ostsachsen in den vergangenen fünf Jahren, davon allein 867 im Landkreis Görlitz. Die Forderungen wurden am 31. Dezember 2025 öffentlich gemacht.

📉 Rückgang der Betriebe Die Kammer bezifferte am 30. Dezember 2025 die Lage präzise: In den vier Landkreisen des Kammerbezirks Dresden sank die Zahl der Unternehmen binnen fünf Jahren um 1.602. Brzezinski spricht von einer angespannten Situation, verweist auf die starke Förderung neuer Industriearbeitsplätze von teils knapp einer Million Euro je Stelle und sieht darin ein Ungleichgewicht zulasten des ländlichen Handwerks, das jährlich mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet.

⚖️ Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse Das Handwerk fordert, die Maßnahmen der Landesregierung konsequent am Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse auszurichten. Dazu zählt die Gleichbehandlung aller Wirtschaftsbereiche ebenso wie eine belastbare Grundversorgung: gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr, flächendeckend schnelles Internet und eine familienfreundliche soziale Infrastruktur, um junge Menschen in den Regionen zu halten.

🧰 Paket für das Handwerk Über die allgemeine Daseinsvorsorge hinaus legt die Kammer ein eigenes Maßnahmenbündel vor, das die Besonderheiten des Handwerks adressiert:

  • Stärkung der beruflichen Bildung in der Fläche bei Beibehaltung des Wohnortprinzips, damit Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen erreichbar bleiben.
  • Ein Führerschein-Zuschuss für Auszubildende, weil Mobilität im ländlichen Raum Voraussetzung für Ausbildung und Arbeit ist.
  • Steuerliche und finanzielle Anreize für Unternehmensnachfolgen, um drohende Betriebsschließungen mangels Nachfolger zu verhindern.

🗓️ Handlungsbedarf 2026 Aus Sicht der Kammer muss die Politik 2026 gegensteuern und gezielt stadtferne Regionen stabilisieren. Gefordert sind klare Prioritäten, damit die Grundinfrastruktur verlässlich getragen und regionales Handwerk dauerhaft gestärkt wird.

🚨 Fazit und Dringlichkeit Schrumpfende Betriebszahlen treffen die ländliche Wirtschaftsstruktur im Osten Sachsens empfindlich. Wer Versorgungssicherheit, Ausbildung vor Ort und regionale Wertschöpfung erhalten will, muss Grundinfrastruktur und handwerkliche Rahmenbedingungen verlässlich finanzieren und pragmatisch organisieren. Das Handwerk legt dafür einen überprüfbaren Maßnahmenkatalog vor. Nun kommt es auf Prioritätensetzung, Planungssicherheit und schnelle Umsetzung an. Die Zahlen aus Ostsachsen unterstreichen die Dringlichkeit, und zwar nicht erst seit diesem Winter.

🗨️ Kommentar der Redaktion Die Diagnose ist klar, die Therapie überfällig. Staatliche Prioritäten müssen weg von teuren Einzelprojekten und hin zur verlässlichen Grundversorgung im ländlichen Raum. Gleichbehandlung der Wirtschaftsbereiche bedeutet, dass das Handwerk nicht länger hinter industriellen Großvorhaben zurückstehen darf. Wer junge Menschen halten will, schafft erst Bus, Netz und Schule, bevor neue Förderkulissen versprochen werden. 2026 muss das Jahr der Umsetzung werden, nicht der Ankündigungen. Alles andere vertieft die Schieflage zwischen Stadt und Land.

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