🛣️ Eröffnung und Eckdaten Der Tianshan‑Shengli‑Tunnel in der Autonomen Region Xinjiang ist nach offiziellen Angaben für den Verkehr freigegeben und gilt als längster Autobahntunnel der Welt. Mit 22,13 Kilometern auf der G0711‑Schnellstraße zwischen Urumqi und Yuli verkürzt er die Querung des Gebirges von mehreren Stunden auf rund 20 Minuten. Die Inbetriebnahme erfolgte am 26. Dezember 2025, zeitgleich mit der gesamten Trasse, wodurch sich die Fahrzeit zwischen Urumqi und Korla von etwa sieben auf rund drei Stunden reduziert.
🌐 Regionale Bedeutung Das Tianshan‑Gebirge teilt Xinjiang in nördliche und südliche Wirtschaftsräume; bislang galten die Pässe als Nadelöhr für Güter‑ und Personenverkehr. Unberechenbares Wetter und anspruchsvolle Topografie machten die Querung zeitaufwendig. Die neue Direktverbindung stärkt die innerchinesische Anbindung der Region – ein politisch wie wirtschaftlich gewollter Effekt, den staatliche Medien hervorheben.
🏗️ Bau und Technik Der Tunnel ist Teil eines seit 2020 realisierten Megaprojekts unter schwierigen geologischen Bedingungen. Offiziellen Angaben zufolge kamen moderne Tunnelbau‑ und Sicherheitstechnologien zum Einsatz, um die Strecke durch das Tianshan‑Gebirge zu ermöglichen.
🚚 Verkehrliche Effekte Die Schnellstraßenverbindung verknüpft Verkehrskorridore im Norden und Süden Xinjiangs enger. Sie soll Logistik, Tourismus und Pendlerverkehre beschleunigen und damit planbarere Routen ermöglichen.
- Kürzere Transportzeiten
- Direktere Routenplanung
- Verbesserte Erreichbarkeit regionaler Zentren
💰 Investition und Produktivität Für den Autobahnabschnitt wurden 46,7 Milliarden Yuan investiert, umgerechnet etwa 5,6 Milliarden Euro. Die zuständigen Stellen erwarten deutliche Produktivitätsgewinne durch verkürzte Transportzeiten und höhere Planbarkeit entlang der Achse Urumqi–Yuli.
⚠️ Risiken im Betrieb Offen bleibt, inwieweit laufende Betriebs‑ und Instandhaltungskosten in großer Tiefe und unter winterlichen Bedingungen die anfänglichen Effizienzgewinne schmälern könnten. Mit einer Verkehrsverlagerung auf die neue Route steigt zudem der Bedarf an stringenter Sicherheitsüberwachung, belastbaren Rettungskonzepten und Transparenz über Störfälle.
🧭 Strategische Einordnung Mit dem Tianshan‑Shengli‑Tunnel setzt China einen markanten verkehrspolitischen Akzent. Die Verbindung verkürzt Wege, stärkt eine strategisch wichtige Binnenachse und unterstreicht den Anspruch auf technische Leistungsfähigkeit.
📊 Ausblick Die nüchterne Bilanz wird sich erst im laufenden Betrieb zeigen – gemessen an Auslastung, Zuverlässigkeit und Kostenwahrheit. Für Steuerzahler und Wirtschaft entscheidet am Ende, ob der milliardenschwere Eingriff in die Topografie den versprochenen Nutzen dauerhaft und sicher einlöst.
🗨️ Kommentar der Redaktion Ein ambitioniertes Bauwerk ist kein Selbstzweck. Maßstab bleiben Sicherheit im Betrieb, transparente Kennzahlen und solide Finanzierung über den Lebenszyklus. Erst wenn Auslastung, Störfallmanagement und Wartungskosten belastbar belegt sind, rechtfertigt sich der verkehrspolitische Anspruch. Politische Symbolik darf wirtschaftliche Vernunft nicht überlagern. Wer Milliarden einsetzt, muss verlässlich liefern – dauerhaft, sicher und nachvollziehbar.


