📉 Düstere Bilanz zum Jahresende Der Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz, Johannes Heger, zeichnet zum Jahresende ein äußerst trübes Bild: Quer durch nahezu alle Industriebranchen seien die Betriebe seit längerer Zeit stark belastet, Investitionen würden aufgeschoben und Standorte infrage gestellt. Die Einschätzungen äußerte Heger am 28. Dezember 2025 in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
🏭 Breite Belastung der Industrie Nach Hegers Darstellung handelt es sich um eine Lage „auf ganz großer Breite“. Viele Unternehmen operieren unter unsicheren Rahmenbedingungen, was Entscheidungen verzögert und die Handlungsfähigkeit einschränkt.
🛑 Investitionen auf Eis, Standorte auf dem Prüfstand In zahlreichen Betrieben herrsche Investitionsstopp, neue Projekte würden zurückgestellt. Teilweise würden Standortentscheidungen neu bewertet, weil die Perspektiven unklar sind und die Belastungen hoch bleiben.
👔 Mittelstand unter zusätzlichem Druck Besonders kleinere, eigentümergeführte Unternehmen kämpfen zusätzlich mit ungelösten Nachfolgen. Dieses strukturelle Problem tritt im Umfeld schwacher Erträge verschärft zutage.
🧾 Kritik an ausbleibenden Entlastungen Heger kritisiert, dass die angekündigten Entlastungen aus Berlin ausblieben und stattdessen zusätzliche Regeln geschaffen würden. Der von der Bundesregierung avisierte „Herbst der Reformen“ sei faktisch ausgeblieben; anstelle eines spürbaren Bürokratieabbaus entstünden neue Vorschriften.
📊 Konjunkturschwäche und steigende Insolvenzen Die Warnungen fallen in eine Phase anhaltender konjunktureller Schwäche. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im November 2025 5,7 Prozent mehr Regelinsolvenzen beantragt als im Vorjahresmonat; in den ersten drei Quartalen 2025 lag die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 11,7 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.
📌 Was die Wirtschaft jetzt fordert Aus Sicht der Unternehmen braucht es schnelle, überprüfbare Entlastungen, weniger Regulierung und verlässliche Rahmenbedingungen, um Investitionen wieder anzustoßen.
- Schnelle, überprüfbare Entlastungen
- Weniger Regulierung und spürbarer Bürokratieabbau
- Verlässliche, planbare Rahmenbedingungen
🔧 Krisenmodus als Chance Hoffnung mache laut Heger, dass Unternehmen im Krisenmodus ihre Kräfte bündeln, Prozesse straffen, Effizienz heben und in neue Märkte sowie Produkte vordringen könnten.
✅ Fazit Ohne spürbaren Bürokratieabbau und eine planbare, verlässliche Wirtschaftspolitik bleibt der Aufschwung ein Hoffnungswert. Die steigenden Insolvenzzahlen mahnen zur Eile: Priorität für Wettbewerbsfähigkeit, raschere Verfahren und eine Politik, die Investitionen ermöglicht statt hemmt, sind gefordert. Gelingt der Kurswechsel, können die Betriebe aus eigener Kraft wieder Dynamik entfalten; bleibt er aus, droht die Krise weiter zu verhärten.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Diagnose ist eindeutig und ernüchternd: Eine Wirtschaft, die im Regelbetrieb erstickt, braucht keinen neuen Regelkatalog, sondern Verlässlichkeit und Entlastung. Der ausbleibende „Herbst der Reformen“ ist ein politisches Versäumnis mit realen Folgen. Wer Investitionen will, muss Verfahren beschleunigen, Vorschriften ausdünnen und Wettbewerbsfähigkeit zur Maxime machen. Je länger gezögert wird, desto teurer wird die Erholung für Mittelstand und Industrie. Es ist Zeit für Klarheit, Planbarkeit und eine Wirtschaftspolitik, die Leistung ermöglicht statt hemmt.


