🏆 Späte Würdigung Ulf Kirsten hat die ihm seit 1990 zustehende Trophäe „Silberner Fußballschuh“ endlich erhalten. Die Übergabe holt die Anerkennung für seine Wahl zum DDR-Fußballer des Jahres nach, die damals ausblieb.
🕰️ Historischer Kontext Der Titel „DDR-Fußballer des Jahres“ war mit einem Wanderpokal verknüpft, der zu Saisonbeginn überreicht und später wieder eingezogen wurde; später erhielten Preisträger eine Miniatur. 1990 bekam Kirsten zwar kurz das Original, die versprochene Miniatur erreichte ihn nie – auch nicht nach seinem Wechsel zu Bayer Leverkusen.
🏟️ Ehrung in Dresden Die nachgereichte Auszeichnung fand im Rahmen des Walter-Fritzsch-Turniers in der Dresdner BallsportARENA statt. Die 14. Auflage wurde am 13. Dezember 2025 ausgetragen.
🤝 Initiatoren und Übergabe Die Replik überreichte Ex-Mitspieler Heiko Scholz. Initiiert wurde die Aktion vom Dynamos Traditionsbeauftragten Jens Genschmar und Turnierleiter Niels Grell.
🛠️ Replik nach historischem Vorbild Den Nachbau fertigte Prof. Ulrich Eißner (HfBK Dresden) anhand eines Exemplars von Hans‑Jürgen „Dixie“ Dörner aus dem Dresdner Fußballmuseum.
📦 Verbleib des Originals Der ursprüngliche Wanderpokal befindet sich heute bei Torsten Gütschow, dem letzten DDR-Fußballer des Jahres (1991).
📜 Bedeutung der Korrektur Die nachgereichte Auszeichnung ist mehr als ein symbolischer Akt: Sie schließt eine biografische Lücke und erinnert an die Brüche, die der Systemwechsel im Sport hinterlassen hat. Bemerkenswert ist, dass nicht Verbände, sondern Vereinsumfeld und Turniermacher die Korrektur initiierten – ein Beispiel gelebter Erinnerungskultur im deutschen Fußball, das Respekt vor Leistung mit nüchterner Aufarbeitung verbindet.
📌 Akteure im Überblick
- Heiko Scholz – überreichte die Replik.
- Jens Genschmar – Dynamos Traditionsbeauftragter; initiierte die Aktion.
- Niels Grell – Turnierleiter; initiierte die Aktion.
- Prof. Ulrich Eißner – fertigte den Nachbau.
- Hans‑Jürgen „Dixie“ Dörner – dessen Exemplar im Dresdner Fußballmuseum diente als Vorlage.
- Torsten Gütschow – verwahrt heute den ursprünglichen Wanderpokal.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die späte Ehrung ist richtig und überfällig; sie ordnet eine offene Akte ohne Pathos, aber mit Konsequenz. Dass Vereinsumfeld und Turniermacher handelten, zeigt, wo Verlässlichkeit im Fußball oft entsteht: vor Ort und jenseits großer Verbandsapparate. Verbände sollten daraus lernen und solche Versäumnisse künftig proaktiv und unbürokratisch beheben. Erinnerungskultur braucht Präzision und Respekt – nicht Inszenierung –, damit Leistung dauerhaft zählt. Diese nüchterne Korrektur setzt genau den Maßstab, den ein traditionsbewusster Sport braucht.


