📰 Bilanz 2025 Weniger Flutung mehr Steuerung Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau Verwaltungsgesellschaft hat 2025 rund 54 Millionen Kubikmeter Wasser in Speicher und Tagebauseen eingeleitet, nach 93 Millionen im Vorjahr. Der Rückgang ist laut Unternehmensangaben nicht auf geringere Niederschläge zurückzuführen, sondern auf den Schwerpunktwechsel von der reinen Flutung zur Bewirtschaftung, weil zahlreiche Seen inzwischen stabile Pegel erreicht haben.
💧 Wasserverteilung und Zielpegel Etwa zwei Drittel der Jahresmenge flossen in Speicher. Rund 13 Millionen Kubikmeter gingen in Sedlitzer, Geierswalder und Partwitzer See. Damit rückt das Halten von Zielpegeln in den Vordergrund, um die erreichten Endwasserstände abzusichern.
⚙️ Konservative Wasserstrategie Die vorgelegte Flutungsbilanz unterstreicht eine konservative Steuerung des Wasserhaushalts. Statt maximaler Zuflüsse priorisiert die LMBV das präzise Regeln von Speicherabgaben, das Stabilisieren von Zielpegeln und die Sicherung der Wasserqualität. Der deutliche Rückgang von 93 auf 54 Millionen Kubikmeter wird als bewusster Kurswechsel erklärt, nicht als Folge eines nassen oder trockenen Jahres.
🏞️ Hintergrund und Langfristbilanz Seit den 1990er Jahren saniert die LMBV die Altlasten des ostdeutschen Braunkohlenbergbaus. Insgesamt mussten bis zu 12,7 Milliarden Kubikmeter Wasser in Grundwasserleiter und Restseen zurückgeführt werden. Bis Ende 2024 waren davon 10,7 Milliarden Kubikmeter zugeführt, das Restdefizit lag bei etwa 1,9 Milliarden Kubikmetern. 33 von 51 größeren Restseen hatten den Endwasserstand erreicht, und die Bergbaufolgeseen stützen zunehmend den Wasserhaushalt in den Einzugsgebieten von Spree, Schwarzer und Weißer Elster.
🚤 Seenkette und Zeitplan Ab dem 31. Juli 2026 soll die Lausitzer Seenkette durchgängig befahrbar sein. Geplant sind zusammenhängende Bootstouren über Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See. Bereits verbunden sind Senftenberger und Geierswalder See über den Koschener Kanal sowie Geierswalder und Partwitzer See über den Barbara Kanal, drei weitere Kanäle sollen 2026 folgen.
🧭 Tourismuschance und Bewirtschaftungsdruck Die Vernetzung der Seen soll die touristische Wertschöpfung erhöhen, verlangt jedoch eine robuste Wasserbewirtschaftung. Entscheidend sind die Einhaltung von Endwasserständen, die Böschungs und Uferstabilität sowie ökologische Mindestabflüsse. Der Ausbau setzt daher verlässliche, regelbasierte Steuerung voraus.
📊 Einordnung und Ausblick Die aktuellen Zahlen markieren den Übergang von der Aufbau zur Verstetigungsphase. Eine nüchterne, regelbasierte Steuerung ist die Voraussetzung für Stabilität in einer potenziell wasserarmen Zukunft. Maßgeblich bleibt, die regionale Wasserbilanz zu stützen statt sie auszureizen, im Zweifel zugunsten von Versorgungssicherheit, Böschungssicherheit und Naturhaushalt. Ausbau ist sinnvoll, wenn er unter dem Primat der Vorsorge erfolgt.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die LMBV setzt mit der konservativen Wasserstrategie den richtigen Schwerpunkt. Touristische Ambitionen sind willkommen, dürfen die hydrologischen Leitplanken jedoch nicht verschieben. Sicherheit der Pegel, Stabilität der Ufer und Mindestabflüsse haben Vorrang vor zusätzlicher Freizeitnutzung. Wer jetzt auf Maximierung setzt, riskiert morgen Engpässe. Eine streng regelbasierte Steuerung ist daher nicht Kür, sondern Pflicht.


