✨ Zittauer Handwerk veredelt Bernstadts Turmkrone

🕍 Einleitung Zwei ausgewiesene Metallbau-Spezialisten aus Zittau haben die Turmkrone der Bernstädter Marienkirche – bestehend aus Kugel, Stern und Wetterfahne – abgenommen, inspiziert und für die Restaurierung vorbereitet. Neben Ausbeulungen wurden dabei auch rätselhafte Einschusslöcher entdeckt und fachgerecht behandelt. Nach Abschluss der Arbeiten ist eine öffentliche Feier im Januar vorgesehen.

🏛️ Hintergrund Die Marienkirche prägt Bernstadt auf dem Eigen seit Jahrhunderten. Ihr markanter Turm steht – anders als bei vielen Kirchen üblich – an der Ostseite. Grund dafür waren statische Anforderungen: Der Baugrund im Westen galt um 1700 als zu wenig tragfähig. Der Turm entstand in den Jahren 1700 bis 1706 und bildet bis heute das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt.

🔨 Handwerk und Team Für die heikle Arbeit an der Turmspitze setzt die Gemeinde auf bewährtes regionales Handwerk: Sören Richter und sein früherer Lehrmeister Gert Steurich aus der Zittauer Kupferschmiede haben die Metallteile aufgenommen, gerichtet und für die weitere Aufarbeitung vorbereitet. Die Arbeit umfasst das Abnehmen, das präzise Richten und die Vorbereitung der Bauteile.

📜 Denkmalpflegerische Leitlinien Das Vorgehen folgt klaren Grundsätzen: Substanz erhalten, Schäden dokumentieren und erst dann gezielt erneuern. Dazu zählen das fachgerechte Schließen der Schusslöcher sowie das Neuausrichten und spätere Veredeln der Metalloberflächen. Ziel ist es, Eingriffe auf das notwendige Maß zu beschränken und die historische Aussagekraft zu bewahren.

⚙️ Technik und Dauerhaftigkeit Die Kombination aus Erfahrung und Präzision ist entscheidend, damit die filigranen Bauteile Windlasten und Witterung langfristig standhalten. Die sorgfältige Metallbearbeitung ist Grundlage für Beständigkeit und Funktion.

Optik und Stadtbild Die Restaurierung umfasst neben der Stabilisierung auch optische Arbeiten an Kugel, Stern und Fahne, damit die Turmkrone nach der Rückmontage wieder als Krönung des Stadtbildes wirkt.

🤝 Öffentlichkeit und Transparenz Die geplante öffentliche Würdigung im Januar zeigt den Anspruch, die Bürgerschaft einzubinden. Die Kommune setzt auf Transparenz, wenn es um die Bewahrung historischer Bausubstanz geht.

🏁 Fazit Der Eingriff an Bernstadts Turmkrone steht exemplarisch für konservative Baukultur: erst die gründliche Bestandsaufnahme, dann die maßvolle Restaurierung – getragen von regionalem Handwerk und mit Blick auf Dauerhaftigkeit. Die gefundenen Beschussspuren und ihre sorgfältige Behandlung belegen die technische wie historische Dimension des Vorhabens. Mit der vorgesehenen Einweihung im Januar wird ein sichtbares Zeichen gesetzt: Tradition und Handwerk sind kein Widerspruch zum Fortschritt, sondern seine Voraussetzung – besonders dort, wo ein Wahrzeichen identitätsstiftender Mittelpunkt der Stadt ist.

🗨️ Kommentar der Redaktion Dieses Projekt zeigt, wie verantwortungsvolle Erhaltung funktioniert: nüchtern prüfen, bewahren, behutsam erneuern. Wer an solchen Bauwerken spart oder experimentiert, riskiert den Verlust gewachsener Identität. Hier werden die richtigen Prioritäten gesetzt: regionale Könnerschaft, klare Prinzipien, transparente Schritte. Die rätselhaften Einschusslöcher sind Mahnung zur Demut vor der Geschichte, nicht Anlass für Spektakel. Die Einweihung im Januar sollte eines bekräftigen: Dauerhaftigkeit vor Schnellschuss.

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