📉 Ernüchternder Ausblick für 2026 Die am 22. Dezember 2025 veröffentlichte Ifo-Unternehmensbefragung zeichnet ein nüchternes Bild: 26 Prozent der Firmen erwarten schlechtere Geschäfte, 59 Prozent rechnen mit Stagnation, lediglich 14,9 Prozent hoffen auf Besserung. Von einer Aufbruchsstimmung könne keine Rede sein, betont Ifo-Umfragenleiter Klaus Wohlrabe; die Skepsis zieht sich quer durch die Branchen.
🏛️ Politische Impulse reichen noch nicht Trotz angekündigter staatlicher Ausgabenprogramme – etwa für Infrastruktur und Verteidigung – bleibt die Erwartungshaltung gedämpft. Selbst die Bauwirtschaft zeigt bislang kaum Zuversicht, obwohl sie potenziell von öffentlichen Investitionen profitieren könnte. Die Umfrage signalisiert damit, dass politische Ankündigungen allein die Investitions- und Einstellungsbereitschaft vorerst nicht heben.
🏭 Industrie zwischen Konstanz und Eintrübung In der Industrie rechnen 26,5 Prozent mit einer Eintrübung, 55,3 Prozent mit Konstanz und 18,2 Prozent mit Besserung. Positiv sticht eine Teilbranche hervor: Bei elektrischen Ausrüstungen überwiegen die Optimisten mit 27,1 Prozent die Pessimisten mit 12,7 Prozent.
💼 Dienstleistungen setzen auf Stabilität Im Dienstleistungssektor dominiert Stabilität: 62,8 Prozent erwarten gleichbleibende Geschäfte, während 23,2 Prozent von einem Rückgang ausgehen.
🛒 Handel blickt skeptisch nach vorn Besonders zurückhaltend zeigt sich der Handel: 32,5 Prozent sehen 2026 schlechtere Geschäfte auf sich zukommen.
🚧 Bauwirtschaft bleibt schwach Ein Drittel der Betriebe (33,2 Prozent) im Bau erwartet eine Verschlechterung, nur 10,3 Prozent eine Verbesserung; die Mehrheit rechnet mit Stillstand.
📊 Konservativer Kurs dominiert Solange Unternehmen mehr Stabilität als Dynamik erwarten, bleibt die Devise defensiv. Im Vordergrund stehen:
- Liquidität sichern
- Risiken reduzieren
- Disziplin bei Kosten und Kapitalallokation wahren
🧭 Was für eine Wende nötig ist Wer Wachstum und Investitionen will, braucht Planungssicherheit, verlässliche Kostenpfade und zügige Genehmigungen. Erst wenn Reformen sichtbar greifen und private Investitionen wieder breiter anspringen, kann aus Vorsicht Vertrauen – und aus Vertrauen neues Wachstum – werden.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Befragung ist ein Realitätstest für die Wirtschaftspolitik: Ohne Planungssicherheit, verlässliche Kostenpfade und zügige Genehmigungen wird 2026 kein Aufbruchjahr. Ankündigungen ersetzen keine Umsetzung. Die Unternehmen handeln rational, wenn sie Liquidität sichern und Risiken drosseln. Wer Dynamik will, muss Entscheidungen beschleunigen und Regeln stabil halten. Erst sichtbare Reformfortschritte werden privates Kapital mobilisieren und die Trendwende ermöglichen.


