📰 Einleitung Nur Stunden nach Beginn der Freigabe umfangreicher Ermittlungsunterlagen im Fall Jeffrey Epstein sind mehr als ein Dutzend Dateien von der Website des US-Justizministeriums entfernt worden. Die Behörde begründete den Schritt mit dem Schutz mutmaßlicher Opfer und sah sich umgehend neuer Kritik an Transparenz und Vorgehen ausgesetzt.
🧩 Hintergrund Die Veröffentlichung stand unter großem Erwartungsdruck. Zunächst stellte das Ministerium umfangreiche Datenpakete mit Fotos und Dokumenten online, vielfach stark geschwärzt, was bereits scharfe Reaktionen auslöste. Zu den beanstandeten Löschungen zählt auch eine Aufnahme, auf der eingerahmte Fotos zu sehen sind; eines davon zeigt Donald Trump zusammen mit Jeffrey Epstein, Melania Trump und Ghislaine Maxwell.
🗂️ Begründung der Behörde Nach Angaben der Behörde wurden Dateien auf Bitten von Betroffenen entfernt, da Fotos potenzielle Opfer zeigen könnten, die zuvor nicht als solche identifiziert waren. Vize-Justizminister Todd Blanche kündigte an, die Materialien nach Prüfung und erforderlichen Unkenntlichmachungen wieder zugänglich zu machen, nannte jedoch keinen Zeitplan.
📊 Umfang der Löschungen In einer späteren Version des ersten Datenpakets fehlten mindestens 16 Dateien. Darunter befanden sich auch Aufnahmen eines Raums mit Massageliege.
🛡️ Zurückweisung politischer Motive Blanche wies den Vorwurf zurück, Material sei aus politischen Gründen oder zum Schutz des Präsidenten manipuliert worden.
🔎 Transparenz und offene Fragen Die nachträglichen Entnahmen verstärken Zweifel an einem lückenlosen Aufklärungsprozess, zumal die Veröffentlichung bereits von massiven Schwärzungen begleitet war. Wer Transparenz verspricht, muss ein konsistentes Verfahren liefern und die Öffentlichkeit verlässlich informieren.
- Klare Kriterien für Unkenntlichmachungen
- Nachvollziehbare Begründungen für temporäre Entnahmen
- Ein verbindlicher Zeitplan für die Wiederveröffentlichung
⏭️ Ausblick Die Behörde stellt eine erneute Bereitstellung der Materialien nach Abschluss der Prüfungen in Aussicht. Bis dahin bleibt offen, wann und in welchem Umfang die gelöschten Inhalte wieder erscheinen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Staat schuldet den Bürgern Klarheit, nicht Hängepartien. Wer Akten freigibt und kurz darauf wieder entfernt, riskiert das Vertrauen in den Rechtsstaat. Der Schutz von Opfern ist Pflicht, rechtfertigt aber keine unbestimmten Wartezeiten und kein kommunikatives Vakuum. Verantwortliche müssen jetzt belastbare Fristen setzen und einheitliche Kriterien offenlegen. Alles andere nährt Spekulationen und beschädigt die Autorität der Justiz.


