⚡ Erneuerbare überholen 2025 die Kohle – Meilenstein mit offenen Flanken

🌍 Einleitung 2025 markiert global einen Wendepunkt: Erstmals soll Strom aus erneuerbaren Quellen die Kohleverstromung übertreffen. Das ist energiewirtschaftlich bedeutsam – aber kein Freifahrtschein. Netzstabilität, wetterbedingte Schwankungen und der Bedarf an regelbarer Leistung rücken in den Fokus. Laut der Internationalen Energieagentur werden die Erneuerbaren in diesem Jahr mehr als ein Drittel der weltweiten Stromerzeugung stellen und damit Kohle verdrängen.

🧭 Hintergrund Der Trend ist das Ergebnis jahrelangen Ausbaus von Solar- und Windkraft. Photovoltaik überschritt 2024 die Marke von 2.000 Terawattstunden und deckte rund 7 Prozent der globalen Stromproduktion – Tendenz steigend. Bis 2027 soll Solar etwa die Hälfte des zusätzlichen Strombedarfs decken, Wind rund ein weiteres Drittel. Parallel steigt die Stromnachfrage durch Elektromobilität, Wärmepumpen, Klimatisierung sowie Rechenzentren. Treiber sind vor allem China und andere Schwellenländer; in fortgeschrittenen Volkswirtschaften zieht der Strombedarf nach Jahren der Stagnation wieder an.

Strommix 2025 Die Internationale Energieagentur erwartet einen Rekord bei der Erzeugung aus emissionsarmen Quellen. Erneuerbare – Solar, Wind und Wasser – sollen den Zuwachs der weltweiten Nachfrage weitgehend schultern und im Jahresverlauf vor Kohle liegen. In der Folge dürfte der Kohleanteil am globalen Strommix erstmals in diesem Jahrhundert unter ein Drittel sinken.

☀️ Rolle von Solar, Wind und Kernkraft Photovoltaik bleibt Wachstumsmotor und ist in Schwellen- wie Industriestaaten auf Rekordkurs. Windkraft wächst weiter, wenn auch moderater. Kernenergie erreicht 2025 ein neues Hoch – getragen durch die Erholung in Frankreich, Wiederanläufe in Japan und Zubauten in Asien – und stabilisiert das System als grundlastfähige Quelle.

🌏 Regionale Gewichte In China dürfte der schnelle Ausbau der Erneuerbaren einen Großteil der zusätzlichen Nachfrage decken. In den USA und Europa wird der Stromverbrauch bis 2027 wieder kräftiger steigen, unter anderem wegen Datenzentren und Industrieprojekten. Diese Nachfrage wird zu einem Belastungstest für Netze, Marktregeln und Flexibilitätsoptionen.

🛡️ Versorgungssicherheit Mit dem wachsenden Anteil wetterabhängiger Erzeugung nehmen Preisvolatilität sowie Phasen sehr niedriger oder sogar negativer Börsenpreise zu. „Dunkelflauten“ führten im Winter 2024/25 regional zu Preisspitzen, ohne die Versorgung zu gefährden – ein Hinweis auf Resilienz, aber auch auf den Bedarf an mehr Flexibilität. Erforderlich sind Speicherkapazitäten, Netzausbau, Lastmanagement und ausreichend regelbare Reservekapazitäten, einschließlich Gas und Wasserkraft, um seltene, aber kritische Wettereinflüsse abzufedern.

🏛️ Politische Hausaufgaben Der beschleunigte Ausbau verlangt effizientere Genehmigungen, planbaren Netz- und Leitungsbau sowie marktkonforme Anreize für Flexibilität. Ohne diese Flankierung drohen höhere Systemkosten und unnötige Abregelungen. Das würde die Akzeptanz untergraben – gerade in Industriestandorten, die auf wettbewerbsfähige Strompreise angewiesen sind.

Fazit Der Aufstieg der Erneuerbaren über die Kohle ist 2025 ein realer Fortschritt – wirtschaftlich, industriepolitisch und klimapolitisch. Entscheidend ist jedoch nicht der symbolische Spitzenplatz, sondern die Fähigkeit, Versorgungssicherheit zu jeder Stunde zu gewährleisten und den Umbau kosteneffizient zu organisieren. Priorität haben schnellere Netze, robuste Speicher, marktbasiertes Lastmanagement und – solange Speicher und Netze nicht alles abdecken – verlässlich vorgehaltene, flexible Kraftwerksleistung. Wer diese Realitäten adressiert, kann den historischen Moment in ein dauerhaft stabiles Energiesystem übersetzen.

🗨️ Kommentar der Redaktion Der Befund ist ermutigend, doch Euphorie ersetzt keine Sicherheitsreserve. Priorität hat die jederzeitige Verfügbarkeit von Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen; das setzt verlässliche Netze, Speicher und marktbasiertes Lastmanagement voraus. Regelbare Kapazitäten – einschließlich Gas, Wasserkraft und einer nüchtern genutzten Kernenergie – bleiben auf absehbare Zeit unverzichtbar. Politik, die Genehmigungen verschleppt und Fehlanreize setzt, riskiert höhere Systemkosten und sinkende Akzeptanz. Wer Pragmatismus über Symbolpolitik stellt, macht den Wandel robust.

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