DAS NEUSTE

🧭 Tiefe Schicht, klare Erklärung: Neuer Befund unter Bermuda entzaubert ein altes Rätsel

📰 Einleitung Forschende berichten von einer ungewöhnlich dicken Gesteinsschicht tief unter Bermuda, die ein lange diskutiertes geologisches Rätsel plausibel erklärt: warum der Inselarchipel über dem Atlantik auf einer anhaltenden Aufwölbung zu „schweben“ scheint – trotz fehlender heutiger vulkanischer Aktivität. Demnach stützt eine rund 20 Kilometer mächtige, vergleichsweise leichte Schicht das Gelände von unten und hält die Region erhöht. Die Studie stammt von einem Team um den Seismologen William Frazer von Carnegie Science und Jeffrey Park von Yale und wurde in einer Fachzeitschrift publiziert.

🧭 Hintergrund Seit Jahrzehnten ranken sich Mythen um das sogenannte Bermudadreieck; die vorgelegten Ergebnisse adressieren jedoch kein Mystery-Narrativ, sondern eine nüchtern-geophysikalische Frage zur Entstehung und Stabilität des Archipels. Bermuda liegt auf einer ozeanischen Erhebung – ungewöhnlich, weil die vulkanische Tätigkeit dort vor sehr langer Zeit endete. Normalerweise sinken solche Strukturen mit dem Abkühlen der Kruste allmählich ab; genau diese Diskrepanz hatte Forschende beschäftigt.

📡 Methode und Datengrundlage Das Team nutzte seismische Signale ferner Erdbeben, um die Erdschichten bis etwa 50 Kilometer Tiefe unter Bermuda abzubilden. Auf diese Weise entstand ein belastbares Bild der Untergrundstrukturen und ihrer Eigenschaften.

🪨 Befund Unterhalb der ozeanischen Kruste zeigte sich eine zusätzliche, bis dahin unerkannte Schicht: deutlich mächtiger als anderswo und mit geringerer Dichte als das umgebende Gestein. Die Autorinnen und Autoren deuten sie als „unterplattetes“ Material – Mantelgestein, das beim letzten großen Ausbruchszyklus in die Kruste gelangte, dort erstarrte und heute wie ein Auftriebskörper wirkt. Nach dieser Lesart stützt die Schicht das Gelände und hebt den Meeresboden im Umfeld von Bermuda um mehrere Hundert Meter an. Die Beobachtung liefert damit eine konsistente Erklärung für die seit Langem bekannte, aber schlecht verstandene Aufwölbung.

🧩 Einordnung Der Befund ist wissenschaftlich bemerkenswert – und zugleich ein Lehrstück gegen Überhöhung. „Rätsel gelöst“ heißt hier nicht, dass populäre Legenden bestätigt würden, sondern dass eine präzise geologische Anomalie mit nachvollziehbaren Messdaten erklärt werden kann. Die Arbeit stärkt eine konservative Deutung: keine exotischen Kräfte, sondern eine außergewöhnliche, aber irdische Tiefenstruktur trägt das Archipel.

🔎 Offene Fragen Ungeklärt bleibt, wie weit sich die leichte Schicht seitlich erstreckt und ob es vergleichbare Konstellationen unter anderen Inseln gibt. Die Forschenden wollen genau das prüfen, um das Ausmaß der Struktur und mögliche Analogien besser zu verstehen.

Fazit Der vorliegende Befund bietet die bislang schlüssigste, datenbasierte Erklärung für Bermudas anhaltende Aufwölbung. Er zeigt exemplarisch, wie seriöse Wissenschaft Mythen durch Messungen ersetzt und eine geologisch nachvollziehbare Antwort liefert.

🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Ergebnisse überzeugen, weil sie ohne Spektakel auskommen und eine klare, messbasierte Erklärung liefern. Wer weiter das Mystery bemüht, ignoriert den nüchternen Befund einer leichten, rund 20 Kilometer mächtigen Schicht, die den Archipel stützt. Wissenschaftliche Redlichkeit verlangt, offene Punkte zu benennen, nicht sie aufzubauschen. Solange die seitliche Ausdehnung ungeklärt ist, bleibt Zurückhaltung geboten – an der Grunddeutung ändert das nichts. Maßstab ist hier die Messung, nicht die Legende.

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