🏭 Lausitz will Vorreiter werden: Europas erste Net‑Zero‑Modellregion nimmt Konturen an

📰 Startschuss in Cottbus Die Lausitz soll zum industriepolitischen Pilotraum für klimaneutrale Produktion werden. Sachsens Kabinett hat am 16. Dezember 2025 den Startschuss gegeben, die offizielle Vorstellung folgte am selben Tag in Cottbus. Cottbus und der Landkreis Görlitz koordinieren die Initiative. Konkrete Unternehmensansiedlungen wurden bislang nicht benannt – ein Hinweis darauf, dass der Rahmen steht, die Substanz aber erst entstehen muss.

🧭 EU-Rahmen Net Zero Industry Act Das Vorhaben knüpft an den Net Zero Industry Act der EU an. Der Ansatz verspricht vereinfachte Verfahren und bessere Standortbedingungen für saubere Schlüsseltechnologien. Zielmarke ist, bis 2030 mindestens 40 Prozent des jährlichen Bedarfs an Netto-Null-Technologien in Europa zu produzieren, um Abhängigkeiten zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

  • Batterien
  • Wasserstoff
  • Netzinfrastruktur

🏗️ Schaufenster-Anspruch der Landesregierung Nach Angaben aus Dresden versteht die Staatsregierung das Net-Zero-Valley als Schaufenster einer klimaneutralen Industriepolitik. SPD-Politiker Dirk Panter hebt Planungssicherheit und Investitionsimpulse hervor. Welche Unternehmen konkret kommen, bleibt offen.

🧩 Fokus und erste Schritte Klassische Schwerindustrie steht nicht im Fokus. Zunächst sollen Genehmigungen beschleunigt und Flächen geordnet bereitgestellt werden – ein ordnungspolitischer Ansatz, der die Voraussetzungen für Ansiedlungen verbessern soll.

🇪🇺 Signal aus Brüssel Der Auftritt von EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton unterstreicht, dass Brüssel die Lausitz als Testfeld für die Instrumente des Net Zero Industry Act betrachtet.

⚠️ Offene Flanken Ohne belastbare Zusagen von Investoren, wettbewerbsfähige Energiepreise und eine belastbare Netzinfrastruktur bleibt der Anspruch ambitioniert. Für Kommunen und Betriebe stellt sich zudem die Frage, wie schnell Behörden, Fachkräftequalifizierung und Stromnetze tatsächlich nachziehen können.

  • Verbindliche Ankerinvestoren
  • Tragfähige Geschäftsmodelle
  • Bezahlbare Energie
  • Robuste Strom- und Netzinfrastruktur

🏛️ Politische Flankierung Der Neustart ist ordnungspolitisch durch den EU-Rahmen gerahmt und politisch von Dresden und Potsdam flankiert. Die Linie ist klar: schnellere Verfahren, gezielte Flächen und Priorität für saubere Technologien.

📊 Markttest entscheidet Aus konservativer Sicht gilt: Erst der Markttest entscheidet. Solange keine investierenden Ankerunternehmen, tragfähige Geschäftsmodelle und bezahlbare Energie gesichert sind, bleibt das als erstes Net-Zero-Tal Europas beworbene Vorhaben vor allem ein politisches Versprechen. Gelingt Bürokratieabbau, Infrastrukturaufbau und ein verlässliches Investitionsklima, kann das Projekt die Region stärken.

🗨️ Kommentar der Redaktion Ankündigungen ersetzen keine Investitionen. Wer ein industrielles Comeback will, muss zuerst Kosten senken, Verfahren straffen und Energie verlässlich bezahlbar machen. Ohne feste Zusagen von Unternehmen und belastbare Netze bleibt das Label Net-Zero-Valley vor allem Marketing. Maßstab sind Fabriken und Arbeitsplätze, nicht Presseauftritte. Erst wenn Planungswille in genehmigte Projekte und produktive Kapazitäten mündet, ist der Anspruch eingelöst.

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