🏭 Grün statt Kohle: Lausitz wird Modellregion für Net‑Zero‑Täler

📰 Ausweisungsbeschluss in Sicht: Die Lausitz soll zum europäischen Vorreiter eines klimaneutralen Wirtschaftsraums werden. Am 16. Dezember 2025 wollen die Wirtschaftsminister von Brandenburg und Sachsen der Initiative Net Zero Valley Lausitz den offiziellen Ausweisungsbeschluss erteilen. Ziel ist ein attraktives Umfeld für die Ansiedlung sauberer Technologien und die Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit. Die Planer sprechen bewusst nicht von blühenden Landschaften, sondern von grünen Tälern – verbunden mit der Erwartung spürbar beschleunigter Verfahren.

🇪🇺 EU-Rahmen Net-Zero Industry Act: Die Idee der Net‑Zero Acceleration Valleys beruht auf dem EU‑Rechtsrahmen der Net‑Zero Industry Act Verordnung EU 2024/1735. Vorgesehen ist, klar abgegrenzte Gebiete auszuweisen, Genehmigungen zu bündeln, Verfahren zu verschlanken und industrielle Cluster für Netto‑Null‑Technologien aufzubauen. Jeder Valley‑Beschluss wird von einem Plan mit konkreten Maßnahmen begleitet; strategische Umweltprüfungen sollen Doppelprüfungen vermeiden und Projekte beschleunigen. Damit verknüpft die EU Standortpolitik, Bürokratieabbau und Klimaziele zu einem industriepolitischen Instrument.

🗺️ Regionale Struktur und Flächen: In Brandenburg und Sachsen sollen jeweils fünf Täler mit zusammen rund 800 Hektar Fläche entstehen. Hinzu kommt der grenzüberschreitende Industriepark Schwarze Pumpe als zentrales Ankerareal.

🏢 Steuerung und Begleitung: Geschäftsstellen in Cottbus und Görlitz sollen die Entwicklung steuern und Investoren begleiten.

🔋 Technologieschwerpunkt: Im Zentrum stehen Batterie‑ und Speicherlösungen sowie Wasserstoff‑ und Stromnetztechnologien. Das Vorhaben zielt darauf, für diese Schlüsselbereiche verlässliche Rahmenbedingungen und Tempo bei Ansiedlungen zu schaffen.

  • Schwerpunktsektoren: Batterie und Speicher, Wasserstoff, Stromnetztechnologien
  • Instrumente: gebündelte Genehmigungen, verschlankte Verfahren, Clusterbildung, strategische Umweltprüfungen

Beschleunigung als Versprechen: Das Angebot lautet schnellere Planungs‑ und Genehmigungsprozesse, weniger Hürden und mehr Tempo bei industriellen Ansiedlungen in den genannten Sektoren.

⚠️ Mahnung zur Nüchternheit: Regionale Verantwortungsträger warnen vor überzogenen Erwartungen. Ohne tatsächlich verkürzte Verfahren drohe das Konzept zum reinen Marketing zu verkommen, mahnt der Görlitzer Landrat Stephan Meyer.

🛠️ Umsetzung entscheidet: Die Lausitz wagt den industriepolitischen Realitätstest. Clusterbildung, beschleunigte Genehmigungen und ein klarer Technologieschwerpunkt sollen Strukturwandel und Wettbewerbsfähigkeit zusammenführen. Entscheidend wird sein, ob die angekündigten Verfahrenserleichterungen nicht nur beschlossen, sondern zügig in Verwaltungspraxis, Planung und Infrastruktur umgesetzt werden.

📈 Chancen und Risiken: Gelingt die Umsetzung, könnten die grünen Täler Investitionen anziehen, Wertschöpfung in der Region halten und Fachkräfte binden. Gelingt es nicht, bleibt ein ambitioniertes Etikett – und die Region verliert wertvolle Zeit im globalen Wettbewerb um industrielle Zukunftsmärkte.

🗨️ Kommentar der Redaktion: Der Anspruch ist hoch, doch entscheidend sind messbar kürzere Verfahren und klare Zuständigkeiten. Ohne rasche Übersetzung der Beschlüsse in belastbare Verwaltungspraxis bleibt Net Zero Valley Lausitz ein Etikett. Strategische Umweltprüfungen müssen Doppelprüfungen wirklich ersetzen, nicht ergänzen. Cottbus, Görlitz und das Ankerareal Schwarze Pumpe müssen Ergebnisse in Monaten, nicht in Jahren liefern. Nur dann wird aus der Ankündigung industrielle Realität und die Region behauptet sich im harten Wettbewerb.

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