📰 Förderrunde mit Signalwirkung Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen unterstützt aktuell 200 Kulturprojekte mit gut zwei Millionen Euro. Spürbar profitiert die Lausitz: Für den Erhalt der historischen Technik erhält die Parkeisenbahn in Görlitz 2.500 Euro, die Kulturfabrik Hoyerswerda bekommt 5.550 Euro für eine Jubiläumsausstellung. Der Spielmannszug Oberlichtenau wird mit 6.500 Euro für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Kerkrade unterstützt. Zudem fließen 12.000 Euro an das grenzüberschreitende Straßentheaterfestival ViaThea Görlitz/Zgorzelec und 20.000 Euro an das Neiße-Filmfestival. Damit setzt die Stiftung sichtbare Akzente in einer Region, die kulturell und strukturell im Umbruch steht.
📊 Landesweiter Kontext Die Mittelvergabe ist Teil der landesweiten Projektförderung. Für das erste Halbjahr 2026 gingen insgesamt 326 Anträge mit einem Volumen von rund 3,9 Millionen Euro ein; knapp zwei Drittel erhielten eine Förderempfehlung durch die Fachbeiräte. In der Verteilung entfallen 60 Projekte auf Musik, 32 auf Bildende Kunst, 29 auf Darstellende Kunst sowie weitere Vorhaben auf Soziokultur (21), Film (20), Literatur (14), spartenübergreifende Projekte (13) und Industriekultur (11). Diese Zahlen ordnen die Lausitzer Zusagen in den größeren sächsischen Kontext ein.
📌 Zugesagte Mittel in der Lausitz Die wichtigsten Zusagen im Überblick:
- Parkeisenbahn Görlitz – 2.500 Euro
- Kulturfabrik Hoyerswerda – 5.550 Euro
- Spielmannszug Oberlichtenau – 6.500 Euro
- ViaThea Görlitz/Zgorzelec – 12.000 Euro
- Neiße-Filmfestival – 20.000 Euro
🌉 Tradition und Vernetzung Auffällig ist die Mischung aus Traditionspflege, regionaler Identität und grenzüberschreitender Kulturarbeit. Die Unterstützung für die Görlitzer Parkeisenbahn stärkt gelebte Technikgeschichte und ehrenamtliches Engagement. Die Kulturfabrik Hoyerswerda setzt mit der Jubiläumsausstellung einen lokalen Akzent der Erinnerung und Vermittlung. Der Spielmannszug Oberlichtenau steht für sächsisches Vereinswesen auf internationaler Bühne, während ViaThea und das Neiße-Filmfestival internationale Vernetzung und touristische Strahlkraft erzeugen.
💶 Finanzierung mit Augenmaß Die Beträge sind bewusst schlank bemessen. Sie geben Anschub, verlangen aber Planungssicherheit, Kofinanzierung und verlässliche Strukturen vor Ort. Damit wird Verantwortlichkeit eingefordert: Fördermittel sollen Hebelwirkung entfalten, nicht laufende Defizite kaschieren.
🔎 Fazit Die Lausitz erhält gezielte Impulse, die Breite und Vielfalt kultureller Arbeit abbilden – vom Verein bis zum Festival. Entscheidend bleibt das Prinzip Wirkung vor Symbolik. Kleine Summen müssen messbare Effekte erzielen, Prioritäten klar erkennbar sein und Auswahlkriterien nachvollziehbar bleiben. Wo Projekte Publikum binden, Nachwuchs fördern und regionale Profile schärfen, ist die öffentliche Unterstützung gerechtfertigt. Die aktuelle Förderrunde setzt ein positives Signal – die Bewährungsprobe folgt in der Umsetzung.
🗨️ Kommentar der Redaktion Öffentliche Kulturförderung ist kein Selbstzweck. Kleine Beträge müssen nachweisbar Wirkung entfalten, nicht bloß Ankündigungen befeuern. Wo Kofinanzierung, Planung und solide Strukturen fehlen, darf kein Gewohnheitsrecht entstehen. Auswahlkriterien sind transparent zu machen und konsequent anzuwenden, damit Prioritäten erkennbar bleiben. Wer Publikum bindet, Nachwuchs fördert und Profile schärft, rechtfertigt Unterstützung – alle anderen müssen nacharbeiten.


