🛡️ Kiew rüstet alte Systeme auf: Ukraine arbeitet an eigenen Abfangraketen für S‑300/S‑400

🚀 Neuentwicklung für sowjetische Systeme Die Ukraine treibt die Entwicklung eigener Flugkörper voran, die mit den Luftabwehrsystemen der S‑300‑ und S‑400‑Familie kompatibel sein sollen. Fire Point hat nach eigenen Angaben erste wesentliche Komponenten reproduziert; die vollständige Eigenentwicklung eines Feststofftriebwerks ist bis Anfang 2026 vorgesehen, anschließend sind Tests geplant.

🧭 Strategischer Hintergrund Seit Beginn des Krieges nutzt die Ukraine S‑300‑Systeme nicht nur zur Luftverteidigung, sondern auch für Schläge gegen Bodenziele – ein Hinweis auf anhaltenden Munitionsdruck und die Notwendigkeit, Industriekapazitäten im Land aufzubauen. Die skizzierte Entwicklung zielt darauf, vorhandene Startgeräte in Kombination mit moderner Sensorik weiterzuverwenden. So soll die Kluft zwischen knappen Altbeständen und begrenzt verfügbaren westlichen Lenkflugkörpern überbrückt und die eigene Rüstungsbasis verbreitert werden.

🛠️ Stand der Technik Nach Darstellung des Chefkonstrukteurs Denys Schtilerman wurden zentrale Baugruppen eines S‑300/400‑Abfangflugkörpers nachgebaut, darunter Steuermodule. Parallel arbeitet das Unternehmen an einem eigenen Feststofftriebwerk, dessen Fertigstellung für Anfang 2026 in Aussicht gestellt ist. Im Anschluss sind Erprobungen unter realitätsnahen Bedingungen vorgesehen.

📡 Zielzuweisung und Radar‑Integration Ein Kernziel ist die Anbindung an ein europäisches Radarsystem, um die Zielzuweisung zu modernisieren. Die Kombination aus bestehender Starttechnik und neuer Sensorik soll die vorhandene Infrastruktur in die Zukunft überführen.

🎯 Übergangsrolle als Boden‑Boden‑Fähigkeit Solange die Vernetzung nicht abgeschlossen ist, plant Kiew eine vereinfachte Nutzung: nicht primär als Luftverteidigungswaffe, sondern als kurze, kostengünstige Boden‑Boden‑Fähigkeit. Damit werden vorhandene Startgeräte effizient genutzt.

🎛️ Ziele des Projekts Das Vorhaben ist auf Pragmatismus ausgelegt und verfolgt klar umrissene Effekte:

  • Abhängigkeiten von Altbeständen verringern
  • Vorhandene Startgeräte effizienter nutzen
  • Kluft zwischen knappen Altbeständen und begrenzt verfügbaren westlichen Lenkflugkörpern überbrücken
  • Eigene Rüstungsbasis verbreitern

🚀 Ballistische Zusatzprogramme Unabhängig von der S‑300/400‑Kompatibilität verfolgt Fire Point eigene ballistische Programme mit den Bezeichnungen FP‑7 und FP‑9. Diese könnten zusätzliches Spektrum für bodengebundene Präzisionsschläge eröffnen.

Zeitplan und Erprobung Die Triebwerksentwicklung soll bis Anfang 2026 abgeschlossen sein; danach sind Tests unter realitätsnahen Bedingungen vorgesehen. Erst erfolgreiche Tests und eine belastbare Serienfertigung werden zeigen, ob die angestrebten Ziele erreichbar sind.

⚠️ Risiken und offene Fragen Termin‑ und Technologietreue, die Verfügbarkeit sicherer Lieferketten unter Kriegsbedingungen sowie die Frage, ob die Zwischenlösung als Boden‑Boden‑Rakete knappe Luftverteidigungsressourcen zusätzlich bindet, bleiben zentrale Risiken. Ohne robuste Integration und verlässliche Fertigungsprozesse ist der angestrebte Souveränitätsgewinn in der Munitionsversorgung nicht gesichert.

🛡️ Konservative Einordnung Aus konservativer Perspektive setzt das Projekt auf Pragmatismus: vorhandene sowjetische Plattformen werden technisch fortgeschrieben, statt vollständig ersetzt. Gelingt Entwicklung, Produktion und Integration, stärkt das die Durchhaltefähigkeit der ukrainischen Luftverteidigung und sichert zugleich preisgünstige Schlagkraft gegen Bodenziele.

🗨️ Kommentar der Redaktion Pragmatismus ist hier Notwendigkeit und keine Schwäche. Wer vorhandene Startgeräte weiterverwendet und die Zielzuweisung modernisiert, handelt nüchtern und verantwortbar. Doch Ankündigungen bis 2026 müssen an klaren Meilensteinen gemessen werden; Verzögerungen und Lieferkettenrisiken sind einzukalkulieren. Die Zwischenlösung als Boden‑Boden‑Rakete darf die ohnehin knappen Luftverteidigungsressourcen nicht zusätzlich binden. Entscheidend ist, dass Tests, Integration und Serienfertigung zügig und eigenständig gelingen.

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