📰 Weggabelung für den Altstadtverein Der Altstadtverein Bautzen steht vor einer Weggabelung: Schrumpfende, überalterte Mitgliedschaft und Engpässe im Ehrenamt belasten den 1994 gegründeten Verein erheblich. Zwischen Stolz auf Erreichtes und der Frage nach einer möglichen Auflösung versucht ein neu gewählter Vorstand die Kehrtwende. Am 14. Dezember 2025 wurden Ziele und Maßnahmen skizziert.
🏛️ Prägende Spur im Stadtbild Seit Jahrzehnten prägt der Verein das Stadtbild mit: Er engagierte sich für die Sanierung der Altstadt und rettete das Mühltor, seine Heimstätte, vor dem Verfall. Zugleich fungiert er als Geschichtsverein, der jährlich Vorträge und Exkursionen organisiert.
👥 Schrumpfende Basis Die Mitgliederzahl sank von einst rund 100 auf etwas über 50. Vorsitzende Ulrike Wiezorek benennt die Lage offen; die Gewinnung neuer Aktiver, besonders für Dienste im Mühltor an Wochenenden und Feiertagen, fällt schwer.
🧭 Neuer Vorstand in der Verantwortung Der Vorstand setzt auf Kurswechsel und trägt die Arbeit breiter: Mit dabei sind unter anderem Katrin Herzog, Almut Natuschke, Lutz Spieler, Matthia Bauer und Ulrike Wiezorek.
🌐 Strategie digital und schulisch Um neue Zielgruppen zu erreichen, setzt der Verein auf digitale Sichtbarkeit mit einer seit Frühjahr 2025 modernisierten Website sowie auf Bildungsarbeit an Schulen.
🤝 Unterstützung aus Verwaltung und Kultur Flankiert wird der Kurs durch die Stadtverwaltung mit Baubürgermeister Heiko Nowak sowie durch Archivverbund, Stadtbibliothek und Museum.
📅 Regulärer Betrieb 2026 2026 soll regulär weitergehen: Geplant sind die Öffnung des Mühltors ab Ostern, eine Vortragsreihe – etwa am 27. Januar 2026 in der Schlossstraße 10/12 – und kleinere Formate wie historische Filmvorführungen.
🎯 Besuchermarke in Sichtweite Zudem wird am Mühltor der 100.000. Besucher seit 2005 erwartet.
⚖️ Risiken und Aufgaben Die Richtung stimmt, doch die Bewährungsprobe kommt erst. Ohne spürbare Verjüngung, mehr Ehrenamt und verlässliche Präsenz droht der schleichende Substanzverlust. Die Stadt hilft – nun muss der Verein daraus Mitglieder machen und das Erbe mit moderner Ansprache sichern.
🗨️ Kommentar der Redaktion Bewahrung von Baukultur ist Pflicht, nicht Kür. Wer das Mühltor gerettet hat, darf jetzt nicht in Selbstverwaltung verharren, sondern muss Verbindlichkeit organisieren. Der Vorstand setzt zurecht auf nüchterne Prioritäten – digitale Sichtbarkeit und Schule –, doch am Ende zählen gefüllte Dienstpläne und geöffnete Türen. Städtische Hilfe ist Unterstützung, kein Ersatz für Verantwortung; aus Rückenwind müssen belastbare Mitgliedschaften werden. Bautzens historisches Erbe bleibt nur lebendig, wenn auch die Jüngeren Verantwortung übernehmen und am Wochenende Dienst tun.


