🌟 Komet statt Wunder? NASA-Forscher legt neue Deutung des Sterns von Bethlehem vor

🛰️ Neue Hypothese Ein NASA-Planetologe, Mark Matney, beschreibt in einer Facharbeit, wie ein außergewöhnlich erdnaher Komet im Jahr 5 v. Chr. die biblisch überlieferte Bewegung des „Sterns von Bethlehem“ naturwissenschaftlich erklären könnte – inklusive des Eindrucks, der Stern sei den Weisen „vorangegangen“ und habe schließlich „über“ Bethlehem stillgestanden. Die Studie erschien Anfang Dezember im Journal of the British Astronomical Association. Matney betont den Plausibilitätscharakter seiner Analyse; ein Beweis ist sie nicht.

🧭 Historischer Hintergrund Seit Jahrhunderten ringen Theologen, Historiker und Astronomen um eine irdische Deutung des Weihnachtssymbols. Zur Debatte standen und stehen unterschiedliche Himmelsereignisse. Strittig ist auch die Chronologie der Geburt Jesu, die – je nach Datierung von Herodes’ Tod – allgemein einige Jahre vor unserer Zeitrechnung verortet wird. Eine Kernschwierigkeit blieb bislang die geschilderte „Führung“ der Magier und das „Stillstehen“ des Lichtphänomens über einem konkreten Ort – ein Bewegungsmuster, das normale Sterne und Planeten aufgrund der Erdrotation nicht zeigen.

📜 Quelle aus der Han-Dynastie Matneys Ansatz greift auf sorgfältig geführte Beobachtungen der Han-Dynastie zurück, die im Frühjahr 5 v. Chr. einen „Besenstern“ meldeten.

🧮 Rekonstruktion der Bahn Auf Grundlage dieser Hinweise rekonstruiert er mögliche Bahnen eines langperiodischen Kometen und findet Lösungen, bei denen der Himmelskörper der Erde extrem nahekam.

🔭 „Temporär geosynchron“ In einer solchen geometrischen Konstellation kann die Eigenbewegung des Kometen die scheinbare Himmelsbewegung durch die Erdrotation zeitweise aufheben – der Körper wirkt dann für einige Stunden fast stationär. Genau dieses Verhalten, so Matney, passe erstmals schlüssig zur Formulierung im Matthäus-Evangelium, wonach der Stern „voranging“ und schließlich „über“ dem Zielort stand.

🌞 Außergewöhnliche Helligkeit Auch das Szenario einer tagsüber sichtbaren, außergewöhnlich hellen Erscheinung wird als Folge der sehr geringen Mindestdistanz diskutiert.

⚖️ Ambivalente Deutungen Gleichzeitig räumt die Arbeit ein, dass die antiken Deutungen von Kometen ambivalent waren: Häufig galten sie als Unheilszeichen, doch die astrologische Lesart war keineswegs immer negativ.

🧪 Plausibilität statt Beweis Die neue Studie liefert kein Wunder – aber einen physikalisch konsistenten Erklärungsversuch. Dass ein erdnaher Komet für kurze Zeit nahezu stillzustehen schien und dadurch als „führender Stern“ gedeutet werden konnte, ist aus Sicht der Himmelsmechanik plausibel. Zugleich bleiben Quellenlage und Chronologie unsicher; eine letzte Gewissheit ist nicht erreichbar.

🧷 Konservative Einordnung Für Leserinnen und Leser, die wissenschaftliche Nüchternheit und Respekt vor der religiösen Überlieferung verbinden möchten, liegt die Stärke des Vorschlags genau hier: Er ordnet die biblische Erzählung in ein mögliches Naturereignis ein, ohne ihren Sinn zu vereinnahmen – und setzt der Spekulation klare methodische Grenzen.

🗨️ Kommentar der Redaktion Matneys Ansatz überzeugt vor allem durch intellektuelle Disziplin: Er beansprucht keinen Beweis, sondern bietet eine nüchterne, physikalisch stimmige Möglichkeit. In einer Lage unsicherer Quellen ist Zurückhaltung die einzig verantwortliche Haltung; Sensationslust hilft der Wahrheit nicht. Wer Glaube und Vernunft nicht gegeneinander ausspielt, wird den Vorschlag als ernsthafte, aber begrenzte Annäherung würdigen. Entscheidend ist, dass Sinn und Botschaft der biblischen Erzählung nicht reduziert, sondern respektiert werden. Solange keine belastbaren neuen Quellen vorliegen, bleibt die klare Trennung von Textdeutung und Naturerklärung geboten.

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