DAS NEUSTE

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📉 Firmenpleiten nehmen Fahrt auf: Ursachen, Risiken, Konsequenzen

📈 Insolvenzen nehmen weiter zu Nach vorläufigen Angaben stieg die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen im Oktober 2025 um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bereits im August hatte es einen Sprung um 12,2 Prozent gegeben. Die höchste Insolvenzhäufigkeit je 10.000 Unternehmen entfiel zuletzt auf Verkehr und Lagerei, gefolgt vom Baugewerbe und dem Gastgewerbe. Allein im August summierten sich die von Amtsgerichten bezifferten Gläubigerforderungen auf rund 5,4 Milliarden Euro. Der Trend ist klar: Mehr Firmen geraten unter Druck, mit Lücken in Bilanzen und Beschäftigung.

🔍 Verfestigte Ursachen Das Umfeld ist von hohen Kosten geprägt: Energiepreise, Abgabenlast und Tarifsteigerungen belasten die Ertragslage. Hinzu kommen eine spürbare Kreditklemme infolge gestiegener Zinsen und strengerer Bankenmaßstäbe, anhaltende Investitionszurückhaltung sowie ein dicker Regulierungsstapel, der Planung verlangsamt und Kapital bindet. Nach Jahren multipler Krisen – Pandemie, Energiepreisschock, Inflation – bleibt die Erholungsdynamik schwach.

🏭 Mittelstand im Klammergriff Besonders mittelständische Betriebe mit schmaler Eigenkapitaldecke und geringer Preissetzungsmacht können steigende Kosten nicht vollständig weiterreichen. Unter fortgesetztem Druck erodieren Margen und Puffer, was die Anfälligkeit für Krisenlagen erhöht.

🚚 Branchen im Fokus Die Hotspots der Pleiten sind bezeichnend und konzentrieren sich auf besonders kostenintensive oder zyklische Bereiche.

  • Logistik: schwacher Welthandel, hohe Treibstoff- und Stromkosten sowie Auslastungsprobleme drücken auf die Margen.
  • Baugewerbe: gestiegene Finanzierungskosten bremsen Projektentwicklungen, während Genehmigungsstaus und sinkende Nachfrage Vorhaben verzögern oder verhindern.
  • Gastronomie und Tourismus: höhere Lohn- und Energiekosten treffen auf begrenzte Möglichkeiten, Preise durchzusetzen.

🔗 Folgen in den Unternehmen Die Liquiditätspuffer werden enger, Zahlungsketten stocken, und bei Zulieferern nehmen Forderungsausfälle zu. Die amtlichen Daten bestätigen die Breite des Phänomens: mehr Fälle, höhere Summen und eine auffällige Ballung in den genannten Sektoren.

🏦 Finanzierungsklemme verschärft den Trend Banken kalkulieren Risiken konservativer; Betriebsmittellinien werden seltener verlängert oder nur zu deutlich höheren Kosten. Für viele Unternehmen ist der Gang in ein geordnetes Verfahren nicht die Folge einer einzelnen Fehlentscheidung, sondern das Ende einer längeren Phase erodierender Ertragskraft.

🛠️ Weichen für die Trendwende Die steigenden Insolvenzen sind weniger ein überraschender Ausreißer als Ausdruck verfestigter Standortprobleme. Wer gegensteuern will, muss an zentralen Stellschrauben drehen.

  • Verlässliche, wettbewerbsfähige Energiepreise.
  • Schnellere Planungs- und Genehmigungsprozesse sowie konsequenter Bürokratieabbau.
  • Steuerliche Entlastung produktiver Investitionen.
  • Eine Kapitalmarktpolitik, die Eigenkapitalbildung fördert.
  • Auf Unternehmensebene: Liquiditätssicherung, frühzeitige Restrukturierung und operative Exzellenz.

🗨️ Kommentar der Redaktion Der Anstieg der Insolvenzen ist ein warnendes Signal eines über Jahre vernachlässigten Standortes. Wer Wertschöpfung will, muss Kostenwahrheit herstellen, Planung beschleunigen und Regulierung konsequent zurückschneiden. Subventionierte Beruhigungspillen ersetzen keine Strukturreformen; sie verzögern nur das Notwendige. Politik und Wirtschaft sind gleichermaßen gefordert, Eigenkapital zu stärken und Effizienz zur Maxime zu machen. Der Markt sortiert aus – doch ohne klare Reformen droht die Zyklik zur dauerhaften Schwäche zu gerinnen.

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