Zittau, 8. Dezember 2025 – Die Stadtverwaltung Zittau hat auf die Anfrage des Stadtrats Jörg Domsgen (AfD) zur Gästekarte Oberlausitz reagiert und eine offizielle Stellungnahme übermittelt. In dem Schreiben, das im Auftrag von Oberbürgermeister Thomas Zenker durch den Referenten Łukasz Witków verfasst wurde, betont die Stadt eine positive Gästeresonanz und verweist auf die laufende Einführungsphase des Projekts.
Seit dem Start der Gästekarte am 1. Mai 2025 sei die Nachfrage „überwiegend positiv“, so Witków. Dies lasse sich aus Rückmeldungen bei Gastgebern, Tourist-Informationen und Akzeptanzstellen ableiten. Auch am „Runden Tisch Gästekarte“ sei der Zuspruch durchweg bestätigt worden.
„Die Gästekarte befindet sich bis zum 31. Dezember 2026 in einer geplanten Einführungsphase“, so Witków. „Nach Ablauf des Jahres 2025 wird eine Zwischenabrechnung erfolgen, um die Ergebnisse im kommenden Jahr gezielt auswerten zu können.“
Museen profitieren, Stadt sieht Steigerung
Im Bereich der Städtischen Museen Zittau sei seit Einführung der Gästekarte ein spürbarer Anstieg der Besucherzahlen zu verzeichnen.
„Die Besucherzählungen liegen über den Erwartungen“, heißt es in dem Schreiben. Da das Angebot des kostenfreien Museumseintritts zunächst nur für 2025 vertraglich vereinbart sei, könnten auf Grundlage der Auswertungen für 2026 gezielte Anpassungen vorgenommen werden.
Akzeptanzstellen und Partner
Laut Stadtverwaltung umfasst die Gästekarte aktuell mehr als ein Dutzend Akzeptanzstellen, darunter:
- Erlebnisausstellung Naturparkhaus Zittauer Gebirge,
- Großes Zittauer Fastentuch,
- Museum Franziskanerkloster,
- Deutsches Damast- und Frottiermuseum,
- Karasek-Museum, Stadtmuseum Löbau,
- sowie mehrere Badeeinrichtungen im Zittauer Gebirge, darunter das Gebirgsbad Jonsdorf, das Trixi-Waldstrandbad Großschönau und das Volksbad Olbersdorf.
Zusätzlich seien Marketingpartner wie die Herrnhuter Sterne Manufaktur, das Schlesische Museum Görlitz, das Stadtbad Zittau und regionale Unternehmen beteiligt, die im Rahmen der Gästekarte Rabatte gewähren, jedoch keine Umlagezahlungen erhalten.
Erhebung und Abrechnung über MGO
Die organisatorische und finanzielle Abwicklung erfolgt über die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH (MGO). Diese übernimmt sowohl die technische Betreuung als auch die monatliche Abrechnung der Gästetaxen.
„Nach Abschluss des Kalenderjahres erfolgt eine Gesamtabrechnung, die als Grundlage für die Evaluierung 2026 dient“, so Witków.
Daten zu den ÖPNV-Nutzungszahlen sollen erst nach Abschluss des Jahres 2025 vorliegen.
Kostenentwicklung und Herausforderungen
Trotz positiver Tendenz gibt die Stadt auch operative Schwierigkeiten zu. So sei der Verbrauch an manuellen Meldescheinen teilweise höher als geplant, was zusätzliche Kosten verursache.
„Die Kosten für die Vergütung der Akzeptanzstellen sind jedoch vertraglich mit Maximalbeträgen begrenzt“, so die Verwaltung.
Fazit
Die Stadtverwaltung betont, dass sich die Gästekarte in einem laufenden Entwicklungsprozess befinde. Eine abschließende Bewertung sei erst nach Vorlage der Jahresabrechnung 2025 möglich.
Bis dahin will man die Auswertung der Gästedaten und Rückmeldungen „zielgerichtet gestalten“, um den Nutzen des Projekts für Gäste, Gastgeber und Kommunen besser bewerten zu können.


