👃 Kein Kavaliersdelikt: Nasebohren könnte das Alzheimer-Risiko begünstigen

🧠 Einordnung der Debatte Eine wieder aufgenommene Forschungslinie sorgt für Diskussion. Demnach könnte verletzendes Nasebohren und erst recht das Auszupfen von Nasenhaaren theoretisch den Weg für Erreger in Richtung Gehirn öffnen und damit Prozesse begünstigen, die mit Alzheimer in Verbindung gebracht werden. Belegt ist bislang kein Kausalzusammenhang beim Menschen. Die Hinweise beruhen auf Tierdaten, die einen plausiblen biologischen Mechanismus nahelegen und zu Vorsicht raten. Wer seine Nasenschleimhaut schützt, handelt aus konservativer Vorsorge richtig.

🔎 Hintergrund zu Alzheimer und Geruchssinn Alzheimer ist die häufigste Demenzform, ihre Ursachen sind multifaktoriell. Neben genetischen und altersbedingten Risiken werden seit Jahren Infektionen als möglicher Mitverursacher diskutiert. Anatomisch gilt die Nase mit dem Riechnerv Bulbus olfactorius als besonders sensible Region, weil sie einen direkten, vergleichsweise kurzen Zugang zum Gehirn bietet. Wird die Schleimhaut gereizt oder verletzt, verliert sie an Barrierefunktion, was seit jeher in Hygieneempfehlungen berücksichtigt wird. Hinweise aus der Forschung deuten zudem darauf, dass Geruchsstörungen zu den frühen Anzeichen kognitiver Erkrankungen zählen.

🧪 Studie im Mausmodell Eine Arbeitsgruppe der Griffith University in Australien zeigte in einem Mausmodell, dass das Bakterium Chlamydia pneumoniae über den Riechnerv in das zentrale Nervensystem eindringen kann. In der Folge fanden die Forschenden im Gehirn der Tiere Ablagerungen von Amyloid Beta, einem Kennzeichen alzheimertypischer Veränderungen. Entscheidend ist der aktuelle Geltungsbereich der Daten. Das Ergebnis betrifft bislang Mäuse und belegt nicht, dass derselbe Weg beim Menschen zu einer Demenz führt. Gleichwohl wirkt der Mechanismus biologisch plausibel und verdient weitere Prüfung.

🛡️ Nasenschleimhaut als Schutzbarriere Die Forschenden verweisen ausdrücklich auf die Rolle der Nasenschleimhaut als erste Barriere gegen Erreger. Gewohnheiten, die diese Barriere beeinträchtigen, etwa intensives Nasebohren oder das Ausreißen von Nasenhaaren, könnten die Eintrittspforte für Keime vergrößern. Als pragmatische Konsequenz empfehlen sie, die Nase nicht zu manipulieren und auf sorgfältige Handhygiene zu achten.

👃 Früherkennung und weitere Schritte Als ergänzende Maßnahme zur Früherkennung diskutiert die Gruppe einfache Riechtests ab etwa 60 Jahren, da ein nachlassender Geruchssinn häufig früh auftritt. Zudem sind weitere Studien an Menschen angekündigt, um den vermuteten Zusammenhang systematisch zu prüfen.

⚖️ Fazit Aus konservativer Perspektive ist die Botschaft klar. Alarmismus ist fehl am Platz, Vorsicht jedoch nicht. Die bisherige Evidenz stammt aus Tierexperimenten und belegt keinen direkten Risikoeffekt beim Menschen. Dennoch ist der denkbare Mechanismus überzeugend genug, um einfache Präventionsregeln zu befolgen. Nasenschleimhaut schützen, Manipulationen vermeiden, Hygiene beachten. Bis belastbare Humanstudien vorliegen, bleibt das Thema ein begründeter Verdacht und ein Anlass, alltägliche Gewohnheiten zu überdenken.

🗨️ Kommentar der Redaktion Wir halten fest, dass diese Befunde Hypothesen generieren, aber noch keine Gewissheit für den Menschen liefern. Vorsorge ja, Panik nein. Wer die Nasenschleimhaut schont und auf Handhygiene achtet, handelt vernünftig und mit geringem Aufwand. Für weitreichende Schlussfolgerungen fehlen belastbare Humanstudien, die nun zügig folgen sollten. Wir plädieren für nüchterne Kommunikation und gegen überzogene Schlagzeilen. Bis dahin bleibt der Fokus auf einfachen, risikoarmen Verhaltensregeln richtig.

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