📰 Partnerschaft für den Strukturwandel In der Lausitz sollen Kohlearbeiter für Tätigkeiten in der Halbleiterproduktion umgeschult werden. GlobalFoundries und der Energie- und Bergbaukonzern LEAG haben dazu eine Partnerschaft angekündigt, um den Einstieg in neue Beschäftigungsfelder gezielt vorzubereiten.
🎓 Pilotprojekt ab Anfang 2026 Ein Pilotprojekt sieht vor, dass zunächst zehn LEAG-Beschäftigte freiwillig für drei Monate direkt in der Dresdner Chipfabrik ausgebildet werden. Ziel ist es, vorhandenes technisches Know-how der Energiearbeiter für die Anforderungen der Hightech-Industrie nutzbar zu machen.
🏭 Wachstum der sächsischen Chipindustrie Die Initiative fällt in eine Phase des beschleunigten Ausbaus der Halbleiterindustrie in Sachsen. GlobalFoundries plant in Dresden Investitionen von rund 1,1 Milliarden Euro, um die Kapazitäten bis Ende 2028 auf über eine Million Wafer pro Jahr zu erhöhen. Das Vorhaben SPRINT soll im Rahmen des EU-Chips-Acts von Bund und Land flankiert werden und die Resilienz europäischer Lieferketten stärken. Mit dem Wachstum steigen die Anforderungen an qualifizierte Fachkräfte entlang der gesamten Produktionskette.
🛠️ Qualifizierung im Realbetrieb GlobalFoundries setzt bewusst auf das technische Verständnis und die Veränderungsbereitschaft der Lausitzer Belegschaft. Die Qualifizierung findet im realen Produktionsumfeld der Dresdner Fabrik statt und soll den praktikablen Übergang von Bergbau- zu Hightech-Tätigkeiten testen.
🤝 Signal an die Belegschaft LEAG wertet das Pilotprojekt als Signal, die eigene Belegschaft aktiv in eine neue berufliche Zukunft zu begleiten. Die Halbleiterindustrie bietet attraktive Perspektiven, sofern Qualifizierung gezielt ansetzt und praktische Anforderungen früh berücksichtigt werden.
📝 Freiwilligkeit und Erprobungscharakter Die Teilnahme ist freiwillig, die Maßnahme bewusst klein dimensioniert und ausdrücklich als Erprobung angelegt. Zehn Plätze und drei Monate setzen einen überschaubaren Rahmen, um Erfahrungen zu sammeln und Übergänge realistisch zu prüfen.
📊 Maßstäbe für Erfolg Aus konservativer Perspektive ist der Ansatz pragmatisch, aber noch nicht belastbar. Maßstab sollten klare Kennzahlen sein sowie ein belastbarer Finanz- und Skalierungsplan, der über die Pilotphase hinaus trägt.
- Bestehensquoten der Qualifizierung
- Vermittlungsraten in relevante Tätigkeiten
- Verbleib in der Industrie
- Finanz- und Skalierungsplan
🧼 Arbeitsrealitäten früh adressieren Arbeitsrealitäten der Reinraumproduktion wie Schichtmodelle und strenge Qualitätsregime sowie die Vereinbarkeit mit Familie und Wohnort müssen früh adressiert werden, um Abbrüche zu vermeiden. Nur wenn diese Faktoren berücksichtigt sind, lässt sich der Übergang nachhaltig gestalten.
🚀 Ausblick auf den Strukturwandel Gelingt die Ausweitung über die Pilotphase hinaus, kann das Projekt Strukturwandel konkret machen. Der Weg führt vom fossilen Revier hin zur industriellen Wertschöpfung in Zukunftstechnologien.
🗨️ Kommentar der Redaktion Das Vorhaben ist ein sinnvoller, aber bewusst kleiner Test, kein Durchbruch. Zehn Plätze und drei Monate sind symbolisch und lösen den wachsenden Fachkräftebedarf nicht. Ohne klare Kennzahlen und einen belastbaren Finanz- und Skalierungsplan droht das Projekt in guter Absicht stecken zu bleiben. Erfolg misst sich an Bestehensquoten, Vermittlungsraten und dem tatsächlichen Verbleib in der Industrie. Politik und Unternehmen müssen die Realität der Reinraumarbeit samt Schichtmodellen und Familienverträglichkeit verbindlich klären, bevor sie groß skalieren. Nach der Pilotphase braucht es eine nüchterne Bilanz und die Bereitschaft, bei Bedarf hart nachzusteuern.


