♨️ Wärmewende über die Neiße: Görlitz und Zgorzelec bündeln Fernwärme bis 2030

📰 Gemeinsames Vorhaben von Görlitz und Zgorzelec Die kommunalen Versorger beider Städte haben eine Absichtserklärung zur Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet, um das Projekt „United Heat“ umzusetzen.

🧩 Netzverbund über die Neiße Geplant sind neue Anlagen auf beiden Seiten der Neiße sowie die Verbindung aller fünf Fernwärmegebiete über eine rund zwölf Kilometer lange Leitung.

💶 Kostenrahmen und Förderung Die Gesamtkosten werden auf etwa 195 Millionen Euro beziffert und von Europäischer Union und Bund großzügig gefördert.

🌍 Ausgangslage und Handlungsdruck Görlitz beheizt sein Netz überwiegend mit Erdgas, Zgorzelec mit Braunkohle – zusammen fallen jährlich rund 50.000 Tonnen CO₂ an. Für die Dekarbonisierung fließen substanzielle Mittel; zuletzt wurden rund 81,6 Millionen Euro Bundesförderung für das grenzüberschreitende Netz bestätigt. Das Vorhaben gilt als europäisch wegweisend, weil es zwei nationale Systeme technisch und organisatorisch verzahnt.

⚙️ Technisches Konzept Seethermie Rund ein Drittel der Wärme soll per Seethermie aus dem Berzdorfer See kommen. Ein Wärmetauscher entzieht dem durchgeleiteten Seewasser Energie, die mittels Großwärmepumpen ins Netz gehoben wird; das Wasser fließt anschließend in den See zurück.

🌞 Solarthermie und Speicher Ergänzend sind etwa 17 Prozent Solarthermie mit saisonalen Speichern vorgesehen.

🌲 Biomasse als tragende Säule Rund 48 Prozent der Wärme sollen aus Biomasse stammen.

🔗 Netzkopplung für Effizienz und Sicherheit Zudem werden die bisher separaten Netze gekoppelt, was Effizienzgewinne und Versorgungssicherheit verspricht.

👷 Umsetzungsstand Bereits etwa 30 Fachleute aus dem In- und Ausland arbeiten an der Umsetzung; auf polnischer Seite läuft der Bau einer Biomasseanlage, auf deutscher Seite sind zusätzliche Erzeuger und Speicher geplant.

🎯 Zielmarke 2030 Ziel ist Klimaneutralität bis 2030.

⚖️ Voraussetzungen und Risiken Der grenzüberschreitende Ansatz kann Vorbildcharakter entfalten – vorausgesetzt, Genehmigungen, Bau und Kosten bleiben im Rahmen und die Rohstoffverfügbarkeit, insbesondere für Biomasse, wird belastbar gesichert.

Fazit Gelingt die Umsetzung, wäre die Abkehr von Gas und Kohle bis 2030 in der Lausitz nicht nur technologisch, sondern auch symbolpolitisch ein starkes Signal.

🗨️ Kommentar der Redaktion Der Plan überzeugt durch Pragmatismus und die Nutzung regionaler Ressourcen, doch er steht und fällt mit harter Kosten- und Termin disziplin. Ohne belastbare Biomasseversorgung und klare Prioritäten droht ein riskanter Verschiebebahnhof. Maßstab müssen Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit sein, nicht Größe und Etikett des Projekts. Die grenzüberschreitende Kooperation ist richtig, verlangt aber eindeutige Verantwortlichkeiten. Erst wenn Genehmigungen zügig erteilt, Baufortschritte messbar und Budgets eingehalten werden, verdient das Vorhaben seinen Anspruch auf Vorbildcharakter.

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