🛣️ Baufreigaben für 23 Projekte Das Bundesverkehrsministerium hat am 2. Dezember 2025 den Weg für 23 neue Vorhaben im Bundesfernstraßennetz frei gemacht. 16 Projekte betreffen Bundesstraßen, sieben den Autobahnneubau. Mit den Baufreigaben können Länder und die Autobahn GmbH nun ausschreiben und bauen. Insgesamt sind Investitionen von rund 710 Millionen Euro für Bundesstraßen und etwa 3,6 Milliarden Euro für Autobahnen vorgesehen; betroffen sind zwölf Bundesländer. Zu den prominentesten Vorhaben zählen der Albauf- und -abstieg an der A8 in Baden-Württemberg sowie die Küstenautobahn A20 in Niedersachsen.
🏛️ Politischer Hintergrund und Finanzierung Die Entscheidung fußt auf einem Koalitionsbeschluss vom 8./9. Oktober 2025. Für die Jahre 2026 bis 2029 werden im Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz zusätzlich drei Milliarden Euro für die Erhaltung von Brücken und Tunneln bereitgestellt. Der Minister betonte, baureife Projekte würden nun konsequent umgesetzt; zugleich sollen laufende Maßnahmen nahtlos fortgeführt werden, etwa an der A44 bei Ratingen-Heiligenhaus sowie an zwei A14-Abschnitten in Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
🚧 Schlüsselprojekte Autobahn Der A8 Albauf- und -abstieg (AS Mühlhausen–Hohenstadt) umfasst 7,6 Kilometer bei geschätzten Kosten von rund 1,4 Milliarden Euro und schließt eine der letzten Lücken der sechsstreifigen A8 zwischen Karlsruhe und München. Die A20 zwischen Westerstede (A28) und Jaderberg (A29) erstreckt sich über 13 Kilometer bei etwa 340 Millionen Euro und stärkt die Ost-West-Achse im Norden sowie die Hinterlandanbindung der Seehäfen.
🧭 Engpassbeseitigung an der A3 Der Abschnitt AK Deggendorf–AS Hengersberg wird auf 10,7 Kilometern für rund 443,6 Millionen Euro sechsstreifig ausgebaut, um bestehende Engpässe zu beseitigen.
🏗️ Bundesstraßen im Fokus Zu den freigegebenen Maßnahmen zählen unter anderem die Verlegung der B11 bei Schweinhütt (2,6 km; 30,4 Mio. Euro), die Ortsumgehung B299 Waldsassen/Kondrau (4,9 km; 88,2 Mio. Euro), der Ausbau der B44 bei Groß-Gerau/Dornheim (5,1 km; 30,3 Mio. Euro), die B275-Ortsumgehung Idstein/Eschenhahn (3,3 km; 92,5 Mio. Euro) sowie die B112-Ortsumgehung Frankfurt (Oder), 3. Bauabschnitt (8,4 km; 41,8 Mio. Euro).
📍 Weitere Maßnahmen Ergänzend sind Vorhaben an der A43 (Bochum-Gerthe–Bochum-Riemke), der A57 (Krefeld-Oppum–Krefeld-Gartenstadt) und der A1 (Kelberg–Adenau) vorgesehen, ebenso Projekte an der B64/B83 bei Höxter und der B188-Ortsumgehung Miesterhorst.
⏱️ Nächste Schritte Planfeststellungen liegen vor, die Finanzierung ist benannt. Nun müssen Ausschreibungen, Baubeginne und eine straffe Kostensteuerung greifen, damit die Umsetzung zügig erfolgt.
🚚 Bedeutung für das Netz Die Maßnahmen setzen ein verkehrspolitisches Signal zugunsten von Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit. Die Straße, auf der über die Hälfte des Verkehrs in Deutschland rollt, kann an neuralgischen Punkten entlastet und modernisiert werden.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Freigaben sind ein überfälliger Schritt hin zu mehr Kapazität und Verlässlichkeit im Kernnetz. Entscheidend ist jetzt Disziplin: Ausschreiben, bauen, fertigstellen – ohne Umwege und ohne Kostenaufwuchs. Die zusätzlichen Mittel für Erhalt sind richtig, doch sie entfalten nur dann Wirkung, wenn parallel Ausbaustellen wie A8, A20 und A3 spürbar vorankommen. Weitere Verzögerungen darf es nicht geben; genehmigte Projekte müssen gegen politische Schaukämpfe abgeschirmt werden. Erfolg misst sich an geöffneten Baustellen, fertiggestellten Kilometern und eingehaltenen Budgets.


