🛡️ Saluschnyj im Wartestand: Formiert der Ex-General in London eine Alternative zu Selenskyj?

📰 Wahlpolitik auf Eis – Gerüchte nehmen zu In Kiew ruht die Wahlpolitik unter Kriegsrecht, doch die Gerüchteküche brodelt: Walerij Saluschnyj, ehemaliger Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte und seit 2024 Botschafter in London, gilt erneut als potenzieller Herausforderer von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Zugleich mehren sich Hinweise, dass sich zentrale Akteure für die Zeit nach dem Kriegsrecht positionieren. Das nährt die Frage, ob der populäre General zum politisch-konservativen Gegenentwurf heranwächst – oder ob es bei machtpolitischer Geräuschkulisse bleibt.

🧭 Vom Oberbefehlshaber zum Botschafter Selenskyj berief Saluschnyj 2021 an die Spitze der Streitkräfte. Im Abwehrkampf gegen Russland wurde der General zur Leitfigur und erreichte in Umfragen teils höhere Zustimmungswerte als der Präsident. Ende 2023 warnte er in einem Essay vor der Gefahr einer militärischen Pattsituation, was Selenskyj öffentlich widersprach und das Verhältnis sichtbar abkühlte. Am 8. Februar 2024 wurde der Oberbefehlshaber abgelöst – offiziell, um einen „Neustart“ der Kriegsführung zu ermöglichen. Im Mai 2024 folgte die Ernennung Saluschnyjs zum Botschafter in Großbritannien.

🇬🇧 Londoner Sondierungen für eine mögliche Kampagne Nach Recherchen der US-Journalistin Katie Livingstone soll Saluschnyj im Vereinigten Königreich den Aufbau eines Teams für eine spätere Präsidentschaftskampagne sondieren. Demnach entstehen in London erste Strukturen, die neue Mitstreiter rekrutieren. Offiziell dementieren Beteiligte Wahlkampfabsichten und verweisen darauf, dass während des Krieges keine Wahlen stattfinden – dennoch wird der Personalaufbau als politisches Signal gewertet.

🧑‍🤝‍🧑 Umfeld und Namen Als Umfeldfiguren werden mehrere Akteure genannt, die in London oder in Kiew andocken könnten:

  • Serhij Naijew, entlassener Ex-General
  • Wiktorija Syumar (Europäische Solidarität), oppositionelle Abgeordnete
  • Oksana Torop, frühere BBC-Journalistin
  • Polina Lysenko, zuletzt Vizechefin des Nationalen Antikorruptionsbüros

⚖️ Politische Lesarten und institutionelle Spannungen Naijew kritisierte zuvor öffentlich Verfahren gegen Militärs in Kriegszeiten und wurde kurz darauf versetzt, was in Kiew auch politisch gelesen wurde. Parallel sorgten Auseinandersetzungen um Kompetenzen der Antikorruptionsbehörde für Unruhe; EU-Kritik an einem zwischenzeitlich geplanten Einschnitt mündete in Korrekturen der Regierungslinie. In Summe verdichten sich die Indizien für ein Gegenlager, das weniger durch ein ausformuliertes Programm als durch die gemeinsame Ablehnung des Status quo zusammengehalten wird.

📌 Nüchternes Fazit Aus konservativer Perspektive gilt: Solange Kriegsrecht herrscht, bleibt Selenskyj im Amt; Machtoptionen entscheiden sich nicht an Gerüchten, sondern an Frontlage, gesellschaftlicher Ermüdung und der Fähigkeit, Vertrauen jenseits militärischer Meriten zu organisieren. Saluschnyj bringt Reputation, Netzwerke und internationale Sichtbarkeit mit. Doch der Übergang vom Feldherrn zum Staatsmann verlangt mehr als Popularität: ein belastbares Reformprogramm, Loyalitäten im Parlament und die Zusage, Rechtsstaatlichkeit sowie Gewaltenteilung zu stärken. Ob aus dem Londoner Vorfühlen ein tragfähiges Angebot wird, zeigt sich erst, wenn die Ukraine wieder wählen kann – und die Wähler nicht nur Stärke, sondern auch Stabilität honorieren.

🗨️ Kommentar der Redaktion Gerüchte sind keine Strategie, und Kriegsrecht ist kein Einladungsschreiben für Wahlkampfspielchen. Wer Anspruch auf Führung erhebt, muss ein klares Reformprogramm, stabile Parlamentsloyalitäten und die unmissverständliche Bindung an Rechtsstaat und Gewaltenteilung vorweisen. Personalvorfühlen in London mag ein Signal sein, ersetzt aber kein Mandat der Bürger. Entscheidend bleiben Frontlage und gesellschaftliche Resilienz, nicht das Tempo der Gerüchteküche. Stabilität und Disziplin wiegen in dieser Lage schwerer als taktisches Rauschen.

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