🚆 Finanzierungsstau in Berlin: Sachsens Schiene droht abgehängt zu werden

🚆 Warnung aus Sachsen

🛤️ Sachsen warnt vor einem strukturellen Rückstand seiner Schieneninfrastruktur: Im Bundeshaushalt 2026 fehlen für zentrale Bahnvorhaben im Freistaat die Mittel. Aus Dresden kommt scharfe Kritik, weil ohne verbindliche Zusagen des Bundes Projekte von überregionaler Bedeutung weiter auf der Stelle treten würden. Betroffen sind insbesondere die Elektrifizierung zwischen Dresden und Görlitz sowie die Neubaustrecke Dresden–Prag.

🌍 Koalitionszusagen und europäische Korridore

✳️ Die Staatsregierung verweist auf den Koalitionsvertrag des Bundes, der einen zügigen Ausbau grenzüberschreitender Verbindungen nach Polen und Tschechien verspricht. Im Mittelpunkt stehen zwei Achsen mit europäischer Strahlkraft: die Elektrifizierung Dresden–Görlitz im deutsch‑polnischen Korridor sowie die Schnellverbindung Dresden–Prag, die mit einem Erzgebirgstunnel die Fahrzeit deutlich verkürzen soll. Deutschland verfügt derzeit über 28 elektrifizierte Grenzstrecken, von denen nur drei in Ostdeutschland liegen – ein Ungleichgewicht, das Sachsen seit Jahren anmahnt.

🎯 Schlüsselprojekte im Fokus

🧩 Die Elektrifizierung zwischen Dresden und Görlitz gilt als zwingender Baustein für einen leistungsfähigen Korridor nach Polen, während die Neubaustrecke Dresden–Prag die internationale Anbindung Richtung Tschechien verbessern und Reisezeiten spürbar senken soll. Beide Vorhaben werden als überregional bedeutsam eingeordnet und stehen exemplarisch für den Anspruch, europäische Netze zu stärken.

🗳️ Reaktionen aus Politik und Verwaltung

🗂️ Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) kritisiert, der Bund treffe keine Vorsorge, um die beiden Vorhaben endlich „aufs Gleis“ zu setzen, und sende damit ein falsches Signal – nach innen wie nach außen. Aus der Union im Landtag kommt die Forderung nach einem klaren Finanzierungsbekenntnis, während Oppositionsstimmen anmahnen, der Freistaat müsse selbst mehr Verantwortung übernehmen. Als positive Ausnahme gilt in der Debatte der Ausbau der Franken‑Sachsen‑Magistrale.

🤝 Druck aus Prag und Warschau

🚧 Insgesamt wächst in Prag und Warschau das Unverständnis über ausbleibende deutsche Zusagen. Polen hat die Elektrifizierung auf seiner Seite bereits umgesetzt – die Fahrleitung endet an der Grenze.

🧭 Konsequenzen und nächster Schritt

📈 Für eine belastbare Verkehrspolitik reichen Absichtserklärungen nicht. Wer industrielle Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und europäische Vernetzung stärken will, braucht Planbarkeit, Prioritätensetzung und eine solide Mittelbindung. Der Bund sollte die Projekte Dresden–Görlitz und Dresden–Prag zügig mit klaren Finanzierungs- und Zeitlinien unterlegen; der Freistaat kann parallel Planungsreife sichern und Kofinanzierungen vorbereiten. Andernfalls droht Ostdeutschland beim Bahnausbau weiter ins Hintertreffen zu geraten – mit Nachteilen für Wirtschaft, Bevölkerung und die Verlässlichkeit staatlichen Handelns.

🗨️ Kommentar der Redaktion

🧱 Der Befund ist klar: Ohne verbindliche Mittel bleibt die Infrastrukturpolitik Symbolik. 🔧 Wer Europa ernsthaft vernetzen will, priorisiert Kernkorridore und liefert belastbare Zeit- und Finanzierungspläne statt weiterer Prüfaufträge. 🧾 Haushaltsdisziplin und Investitionsklarheit schließen sich nicht aus – sie bedingen einander. 🧭 Der Bund muss jetzt entscheiden und zahlen, der Freistaat parallel Planungsreife und Kofinanzierungen sichern. 🚦 Sonst verspielt Deutschland Verlässlichkeit, und Ostdeutschland verliert weiter den Anschluss.

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