🏆 Hauptpreis für Gröditz Gröditz hat beim 22. sächsischen Innenstadt-Wettbewerb Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen den Hauptpreis gewonnen. Die Auszeichnung erfolgte am 1. Dezember 2025 in Görlitz, verbunden mit einem Preisgeld von 60.000 Euro. Gewürdigt wurde das Projekt 808 Jahre später: Wir schmieden uns ’ne echte Mitte, das auf eine klar erkennbare, lebendige Stadtmitte zielt. Bemerkenswert ist die Rekordbeteiligung von 61 Projekten aus 53 Kommunen. Gröditz trat erstmals an und setzte sich in einem starken Feld durch.
🧭 Motto und Anspruch Der Wettbewerb stand in diesem Jahr unter dem Leitmotiv Unsere Stadt: Wert? MehrWert. LebensWert! Ziel sind praxistaugliche Impulse für Innenstädte, die Aufenthaltsqualität, Handel und Begegnung stärken. Die Preisverleihung fand im Kulturforum Görlitzer Synagoge statt. Sachsens Infrastruktur- und Landesentwicklungsministerin Regina Kraushaar betonte den Charakter der Initiative als klares Bekenntnis zu lebendigen Städten, das über reine Preisgelder hinausgeht. Dass ein Newcomer wie Gröditz den Spitzenplatz erringt, unterstreicht Offenheit und Leistungsanspruch des Formats.
🧩 Das prämierte Konzept Das Konzept setzt auf eine identitätsstiftende Mitte, die Generationen verbindet. Drei Bausteine bilden den Kern:
- Aufwertung eines zentralen Treffpunkts durch sanierte Treppen, zusätzliche Bepflanzung sowie Sitzmöbel mit integrierten Sportelementen.
- Mobile Bike- und Skater-Module, ergänzt um WLAN-Säulen und Solarladestationen als zeitgemäße Infrastruktur für Jugendliche.
- Neue Freizeit- und Liegefläche am Röderufer, inklusive Angelstelle und Infotafeln zu Flora und Fauna als niedrigschwelliger Zugang zu Natur- und Umweltbildung.
🤝 Beteiligung der Stadtgesellschaft Von Beginn an war die Stadtgesellschaft eingebunden, unter anderem über Kreativtreffs und lokale Vereine. Die Maßnahmen wurden so angelegt, dass unterschiedliche Zielgruppen die neue Mitte gleichermaßen nutzen können.
⚙️ Umsetzung und Betrieb Der Erfolg auf dem Podium ist erst der Auftakt. Entscheidend wird, ob Gröditz das Konzept zügig, solide finanziert und dauerhaft betreibt. Mobile Elemente für Jugendliche entfalten nur Wirkung, wenn Pflege, Sicherheit und Zugänglichkeit verlässlich organisiert sind. Ebenso braucht die neu definierte Mitte Anschluss an Handel, Dienstleistung und Nahmobilität, sonst droht eine Event-Insel.
📊 Messbare Wirkung Robustheit bemisst sich künftig an Kennzahlen wie Verweildauer, Frequenzentwicklung, Leerstandsquote und Nutzungsvielfalt – nicht an Einzelereignissen. Ein transparentes Monitoring soll Fortschritte nachvollziehbar machen.
🏅 Weitere Preisträger Sonderpreise gingen an Burgstädt für Jugend bewegt. Stadt erlebt: MehrWert im Wanderspace Burgstädt im Rahmen des simul+ Sonderpreises Innovative Jugend sowie an Adorf/Vogtl. für Netzwerk Perlmutter – Lebenswert in der Stadt. Beide Vorhaben zeigen, dass bürgerschaftliche Mitwirkung und klare Profile auch in kleineren Kommunen Triebfedern erfolgreicher Innenstadtentwicklung sein können.
🔭 Ausblick und Fazit Mit dem Hauptpreis setzt Gröditz ein Ausrufezeichen für pragmatische, gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Die Jury würdigte ein Konzept, das Identität, Alltagstauglichkeit und Beteiligung verbindet. Nun gilt es, den Plan mit stringenter Umsetzung, klarer Verantwortlichkeit und transparentem Monitoring zu hinterlegen. Gelingt das, kann aus der prämierten Idee ein belastbarer Mittelpunkt werden – und ein Beispiel dafür, wie auch kleinere Städte ihre Zentren mit überschaubaren Mitteln sichtbar aufwerten.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Sieg ist verdient, doch er verpflichtet: Preisgeld ersetzt keine robuste Umsetzung. Ohne Pflege, Sicherheit und Anschluss an Handel bleibt die neue Mitte Symbolpolitik. Wir erwarten zügige Entscheidungen, klare Verantwortlichkeiten und harte Kennzahlen statt bunter Einzelereignisse. Wer jetzt liefert, stärkt das Vertrauen in kommunales Handeln; wer zaudert, verspielt die Chance. Gröditz hat den Plan – nun muss die Praxis beweisen, dass aus Idee Substanz wird.


