đ Riesenstollen fertiggestellt Dresden hat seinen neuen Riesenstollen fertiggestellt, ein SchaustĂŒck sĂ€chsischer Backkunst und Logistik. Mehr als 500 Kilogramm Stollenmehl sowie reichlich Butter, Rosinen, Zucker und Puderzucker formen einen Striezel von etwa 2,80 Metern LĂ€nge und 1,40 Metern Breite. Das aus tausenden Einzelelementen zusammengesetzte GebĂ€ck wird am 6. Dezember 2025 im Rahmen des Stollenfests prĂ€sentiert und angeschnitten.
đïž Tradition seit 1994 Das Dresdner Stollenfest wird seit 1994 vom Schutzverband Dresdner Stollen ausgerichtet, als Reminiszenz an eine jahrhundertealte Tradition und als BĂŒhne fĂŒr das regionale Handwerk. Seit Beginn der modernen Festtradition summierte sich das Gewicht der hergestellten Riesenstollen auf 91.918 Kilogramm; der Rekord liegt bei 4,2 Tonnen im Jahr 2000. Konstant geblieben sind Handarbeit, hoher QualitĂ€tsanspruch und ein Festumzug, der die Innenstadt einmal jĂ€hrlich in eine barock anmutende BĂŒhne verwandelt.
đ ïž Herstellung im Detail Die Grundlage des Giganten entstand aus rund 275 Stollenplatten, jeweils 60 mal 40 Zentimeter groĂ und etwa sieben Kilogramm schwer. Eine Maschine zerlegte die Platten in rund 3300 Bausteine, die anschlieĂend passgenau zusammengesetzt wurden. 35 BĂ€ckerinnen und BĂ€cker sowie zahlreiche Helfer arbeiteten dafĂŒr rund sieben Stunden.
đ© Festumzug und Ablauf Der Festumzug am 6. Dezember startet um 10 Uhr am Kulturpalast, fĂŒhrt am Residenzschloss vorbei, entlang des FĂŒrstenzuges zur Frauenkirche und zurĂŒck. Etwa 500 Teilnehmende werden erwartet. AngefĂŒhrt wird der Zug vom Dresdner StollenmĂ€dchen Johanna Worm (17).
đ¶ Preis und Portion Ein 500-Gramm-StĂŒck des Riesenstollens kostet in diesem Jahr 10 Euro.
đ Einordnung Der XXL-Striezel ist mehr als ein weihnachtliches Spektakel: Er dient als Schaufenster fĂŒr sĂ€chsisches Handwerk, Markenpflege und Stadtmarketing. In Zeiten knapper Personaldecke und Kostendrucks im BĂ€ckerhandwerk setzt das Projekt ein bewusst konservatives Zeichen: QualitĂ€t, Ritual und Gemeinschaftsleistung statt Jagd nach Superlativen. Der nĂŒchterne Blick zeigt prĂ€zise Organisation, klare Botschaft und transparente Preise. Wer Tradition ernst nimmt, setzt auf VerlĂ€sslichkeit â genau das liefert Dresden mit seinem Riesenstollen.
đšïž Kommentar der Redaktion Dieser Riesenstollen ist ein LehrstĂŒck der Tugend: weniger Spektakel, mehr Pflichtbewusstsein. WĂ€hrend andernorts Rekorde gejagt werden, zeigt Dresden, dass handwerkliche Disziplin und klare Ordnung ĂŒberzeugen. Der feste Preis, die straffe Organisation und die Pflege eines bewĂ€hrten Rituals sind Signale der Vernunft. Tradition ist kein Selbstzweck, sondern MaĂstab â wer sie ernst nimmt, braucht keine Effekthascherei. Dresden demonstriert, wie VerlĂ€sslichkeit und MaĂhalten öffentliche Akzeptanz gewinnen.


