🎄 Einleitung Die traditionsreichen Lichterfahrten der Weihnachtsfeuerwehr aus Weißwasser finden in diesem Advent noch einmal statt – künftig jedoch wohl nicht mehr. Die Organisatoren sehen sich mit verschärften Auflagen konfrontiert, die den Einsatz ab 2026 faktisch unmöglich machen würden. Das bestätigte der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Weißwasser am 29. November 2025.
🧭 Hintergrund Seit Jahren touren in der Vorweihnachtszeit geschmückte Einsatzfahrzeuge durch den Norden des Landkreises Görlitz und machen in mehreren Orten Station – eine familienfreundliche Attraktion, die auf Spenden und viel Ehrenamt fußt. 2023 etwa wurden „Lichterfahrten“ unter anderem über Weißwasser, Gablenz, Bad Muskau und Krauschwitz angekündigt, was die regionale Verwurzelung des Formats illustriert.
⚠️ Auflagen und Konsequenzen Nach Angaben des Fördervereins verweist ein Merkblatt des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr auf neue Bedingungen. Außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen die Kolonnen nicht mehr mit eingeschalteter Zusatzbeleuchtung fahren. Innerorts ist die Fahrt nur zulässig, wenn die gesamte Strecke abgesperrt wird; eine polizeiliche Begleitung genügt nicht mehr, und die Kosten der Absperrungen hätte der Verein zu tragen.
🗣️ Stimmen aus dem Verein Vereinschef Jörg Lübben nennt die Auflagen „da schlägt sich doch jeder normale Mensch an den Kopf“. Sollte die Behördenlinie bestehen bleiben, werde man die Weihnachtsfeuerwehr nach diesem Advent einstellen. Diese Einordnung bezieht sich auf den Stand vom 29. November 2025.
🗓️ Ablauf 2025 Trotz der Hürden fährt die Weihnachtsfeuerwehr in diesem Jahr noch einmal: Acht beleuchtete Einsatzfahrzeuge und vier Motorräder steuern im Advent feste Haltepunkte an. Geplant sind Stationen an allen vier Sonnabenden – unter anderem am 29. November an der evangelischen Kirche in Weißwasser sowie am Abend in Rietschen, am 6. Dezember in Weißwasser, Boxberg und Rauden, am 13. Dezember an Eisarena und Tierpark in Weißwasser sowie in Halbendorf; am 20. Dezember eine Innenstadtfahrt in Weißwasser und Stopps in Rohne und Schleife. Spenden sind willkommen, um den Ablauf abzusichern.
💡 Konfliktlinie Das Geschehen illustriert einen Zielkonflikt: Der legitime Anspruch auf Verkehrssicherheit kollidiert mit der Realität ehrenamtlich organisierter Veranstaltungen, insbesondere wenn Kosten und organisatorische Lasten vollständig auf Vereine abgewälzt werden.
📌 Fazit Ohne pragmatische Lösungen zwischen Landesamt, Kommunen, Polizei und den Organisatoren droht einer identitätsstiftenden Adventstradition der Region das Aus – ein Verlust, der weit über den Eventcharakter hinausreicht.
🗨️ Kommentar der Redaktion Sicherheit ist nicht verhandelbar, aber sie rechtfertigt keine Regelpraxis, die gewachsene, verantwortungsvoll organisierte Traditionen faktisch unterbindet. Wenn Behörden komplette Streckenabsperrungen verlangen und die Kosten allein auf Ehrenamtliche abwälzen, beschädigen sie bürgerschaftliches Engagement. Hier braucht es Maß, Augenmaß und die Bereitschaft zu praktikablen Lösungen im Rahmen des Rechts. Die Weihnachtsfeuerwehr zeigt, wie Gemeinschaft entsteht; es wäre ein Armutszeugnis, wenn bürokratische Starrheit das beendet. LASuV, Kommunen und Polizei sind in der Pflicht, eine verhältnismäßige Lösung zu ermöglichen.


