DAS NEUSTE

🚋 Görlitz stoppt Leipziger Tram-Deal und startet Neuvergabe

📰 Konsequenter Vertragsrücktritt Görlitz zieht die Konsequenzen: Der städtische Verkehrsbetrieb ist am 27. November 2025 vom Liefervertrag mit dem insolventen Leipziger Hersteller Heiterblick zurückgetreten und fordert bereits geleistete An- und Sonderzahlungen von über 3,6 Millionen Euro zurück. Parallel startet die Stadt zusammen mit Zwickau eine Neuvergabe; sechs europäische Anbieter haben ihr Interesse bekundet, Angebote sollen bis Mitte Januar vorliegen. Zielmarke bleibt, bis spätestens 2028 acht neue Niederflur-Bahnen in Görlitz in Betrieb zu haben, gefördert aus Lausitzer Strukturmitteln mit rund 33 Millionen Euro bei einer Förderquote von 90 Prozent.

ℹ️ Hintergrund der Entscheidung Auslöser ist die anhaltende Krise bei Heiterblick. Nach vergeblichen Gesprächen über eine Fortführung des Vertrages folgt Görlitz dem Schritt aus Zwickau, wo der Auftrag bereits im Oktober zurückgezogen und neu ausgeschrieben wurde.

🚋 Dringlichkeit im Netz Auf den beiden Görlitzer Linien verkehren weiterhin rund 40 Jahre alte Tatra-Wagen. Sie sollen durch barrierearme, moderne Fahrzeuge ersetzt werden, um den Nahverkehr verlässlich und zeitgemäß aufzustellen.

🧾 Rückforderung und Vertragsecho Im Stadtrat informierte GVB-Geschäftsführer André Wendler, dass die Vertragsgespräche mit Heiterblick ergebnislos beendet wurden und die Rückforderung der über 3,6 Millionen Euro vorbereitet ist.

🛠️ Gemeinsame Neuvergabe Für die gemeinsame Ausschreibung mit Zwickau liegen sechs Interessenbekundungen europäischer Hersteller vor; die Angebote werden bis Mitte Januar erwartet. Der Fahrplan ist ambitioniert: Spätestens 2028 sollen alle acht neuen Fahrzeuge in Görlitz sein.

💶 Finanzierung aus Strukturmitteln Die Beschaffung stützt sich maßgeblich auf die sogenannten „Kohlemillionen“ aus dem Strukturwandelfonds. Dieser fördert das Projekt mit rund 33 Millionen Euro und einer Quote von 90 Prozent – ein erhebliches öffentliches Engagement, das eine strikte und transparente Mittelverwendung verlangt.

📌 Eckdaten auf einen Blick

  • Vertragsrücktritt am 27. November 2025
  • Rückforderung von über 3,6 Millionen Euro
  • Sechs europäische Interessenten an der Neuvergabe
  • Angebotsabgabe bis Mitte Januar vorgesehen
  • Acht Niederflur-Bahnen bis spätestens 2028 in Betrieb
  • Förderung rund 33 Millionen Euro, Förderquote 90 Prozent

Ausblick Die Entscheidung ist hart, aber folgerichtig. Nun kommt es auf eine zügige, rechtssichere Neuvergabe, belastbare Termine und strikte Kostenkontrolle an. Gelingt dies, kann Görlitz binnen weniger Jahre von einer alternden Flotte auf eine zeitgemäße, barrierearme Straßenbahn umstellen und Planungssicherheit zurückgewinnen.

🗨️ Kommentar der Redaktion Der Rücktritt war notwendig, um Schaden vom städtischen Haushalt abzuwenden. Verträge, die absehbar nicht erfüllbar sind, dürfen nicht künstlich verlängert werden. Jetzt zählen Disziplin und Verlässlichkeit: rechtssichere Vergabe, klare Meilensteine, harte Kostenkontrolle. Die Stadt muss die Rückforderung konsequent einziehen und Fördermittel mit größter Sorgfalt verwenden. Wer einen zuverlässigen ÖPNV will, liefert Termine statt Ausreden.

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