📧 Streit um Rathaus-Mail in Zittau: Bürger schreiben dem Stadtrat – und landen bei der Verwaltung

📰 Streit um Kontaktadresse In Zittau sorgt eine auf der städtischen Internetseite hinterlegte E-Mail-Adresse für Verdruss. Bürger, die den Stadtrat kontaktieren wollen, erreichen offenbar nicht die gewählten Räte, sondern zunächst die Stadtverwaltung. Aus dem Vorgang ist politischer Streit geworden; die AfD hat nach eigener Darstellung Beschwerde eingelegt. Im Raum steht eine Vertrauensfrage: Wie transparent und direkt sind politische Gremien erreichbar?

🏛️ Rollen und Zuständigkeiten Kommunale Selbstverwaltung lebt von klaren Zuständigkeiten und niedrigschwelliger Bürgerkommunikation. Der Stadtrat entscheidet, die Verwaltung unterstützt, führt aus und organisiert Abläufe. Wenn eine offizielle Kontaktadresse den Eindruck erweckt, Nachrichten gingen an den Stadtrat, faktisch aber in der Verwaltung auflaufen, gerät die institutionelle Trennschärfe ins Wanken. Bürger erwarten direkte politische Ansprache, keine vorgelagerte administrative Filterung.

✉️ Adresse und Zuordnung Konkret geht es um die Adresse stadtrat@zittau.de auf der städtischen Webseite. Sie ist im Bereich Stadtratsbüro als weitere Kontaktmöglichkeit ausgewiesen und damit organisatorisch der Verwaltung zugeordnet. Das kann als Sammeladresse zu allen Ratsmitgliedern verstanden werden; tatsächlich landet eingehende Post zunächst im Stadtratsbüro der Verwaltung. Für Bürger ist nicht ohne Weiteres erkennbar, ob und wie Zuschriften ungefiltert an einzelne Stadträte gelangen.

🔎 Formulierungen und Konfliktkern Auslöser des Ärgers ist die Formulierung auf der städtischen Seite, die nahelegt, man erreiche den Stadtrat, während die Anfragen in der Verwaltung eingehen. Politisch wurde der Vorgang aufgegriffen; die AfD hat nach eigener Darstellung Beschwerde eingereicht. Unabhängig davon berührt der Fall Grundfragen guter Verwaltungspraxis und Transparenz. Im Mittelpunkt stehen drei Punkte:

  • Klare Kennzeichnung der Ansprache des Gremiums.
  • Transparenz darüber, wer Posteingänge sichtet und wie weitergeleitet wird.
  • Eine Verteileradresse, die ohne administrative Zwischenstation an alle Mandatsträger sendet, sofern gewünscht.

🧭 Empfohlene Klarstellungen Die Stadt sollte rasch für Eindeutigkeit sorgen. Eine unmissverständliche Kennzeichnung als Stadtratsbüro Geschäftsstelle und ein kurzer Hinweis auf den Weiterleitungsprozess würden Erwartungen der Bürger und die arbeitsteilige Realität zusammenführen. Zusätzlich ließe sich, wenn politisch gewollt, eine echte Verteileradresse an alle Ratsmitglieder einrichten oder gut sichtbar auf die individuellen Kontakte verweisen.

🔒 Vertrauen durch klare Wege Transparente Kommunikationswege sind kein Formalismus, sondern Grundlage vertrauensvoller Kommunalpolitik. Der Vorgang macht sichtbar, dass es klare Beschilderung auch im digitalen Rathaus braucht.

🗨️ Kommentar der Redaktion Das ist kein bloßes Missverständnis, sondern ein vermeidbarer Organisationsmangel. In der kommunalen Ordnung muss der Bürger genau wissen, wen er adressiert, und gewählte Vertreter müssen direkt erreichbar sein. Wenn die Verwaltung zwischen Bürger und Mandatsträger tritt, wird Vertrauen beschädigt. Die Stadt Zittau muss die Bezeichnungen korrigieren, Prozesse dokumentieren und die politische Ebene klar von der administrativen trennen. Ordnung und Klarheit sind kein Luxus, sondern Pflicht.

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