📈 Prognose für die Lausitz Eine neue Bevölkerungsprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigt eine klare Spreizung in der Region: Während Cottbus in den kommenden Jahren spürbar wachsen könnte, drohen insbesondere den Landkreisen Görlitz und Elbe-Elster weitere Verluste. Die am 26. November 2025 veröffentlichten Zahlen geben einen realistischen Blick bis 2038 und setzen harte Maßstäbe für Haushalte, Infrastrukturplanung und Wirtschaftsförderung.
🏭 Strukturwandel als Maßstab Die Projektion ist eng mit dem Strukturwandel in den Braunkohlerevieren verknüpft. Entscheidend ist, ob Investitionen frühzeitig greifen: Wo neue Arbeitsplätze und Forschungsvorhaben entstehen, stabilisieren sich Bevölkerungszahlen; andernorts setzt sich der Abwärtstrend fort. Daraus folgt für Politik und Verwaltung die Pflicht, Fördermittel strikt auf wirksame Projekte zu konzentrieren und Mitnahmeeffekte zu vermeiden.
🏙️ Cottbus als Wachstumskern Im Zentrum der positiven Entwicklung steht Cottbus. Für die kreisfreie Stadt wird bis 2038 ein Plus von 18,6 Prozent erwartet, was einen Anstieg auf über 112.000 Einwohner bedeutet. Das Wachstum gilt als Ergebnis früh ansetzender Impulse und groß angelegter Vorhaben, die die Stadt zum Prüfstein der Wirksamkeit von Strukturpolitik machen.
🌱 Moderates Plus in Dahme-Spreewald Auch der Landkreis Dahme-Spreewald könnte bis 2038 um 4,5 Prozent zulegen. Getragen wird dieser Zuwachs von Zuzug sowie neuen Angeboten am Arbeits- und Forschungsmarkt. Die Prognose signalisiert Chancen, verlangt aber zugleich vorausschauende Planung bei Wohnraum, Verkehr und sozialer Infrastruktur.
📉 Rückgänge in Görlitz und Elbe-Elster Besonders deutlich fallen die erwarteten Verluste in den Landkreisen Görlitz und Elbe-Elster aus, jeweils mit minus 12,8 Prozent. Ohne früh wirksame Investitionen drohen weitere Abgänge, die Kommunen bei sozialer Daseinsvorsorge, Schulstandorten und Pflegeangeboten vor zusätzliche Anpassungserfordernisse stellen.
⚠️ Weitere Kreise im Minus Spree-Neiße liegt mit minus 11,9 Prozent im selben Trend, Bautzen mit minus 10,4 Prozent und Oberspreewald-Lausitz mit minus 9,4 Prozent. Diese Entwicklung erhöht den Druck, Netze der öffentlichen Infrastruktur anzupassen, Mobilitätsangebote effizient zu bündeln und kommunale Leistungen auf tragfähige Standorte zu konzentrieren.
🗺️ Bilanz für die Region 2038 Insgesamt könnte die Lausitz im Jahr 2038 noch rund 1,055 Millionen Einwohner zählen. Der Befund ist eindeutig: Wo Investitionen früh und gezielt greifen, verbessern sich die Perspektiven; wo sie ausbleiben, verschärfen sich demografische Risiken. Die zeitliche Taktung von Projekten wird damit zum zentralen Hebel.
🎯 Folgen für Politik und Verwaltung Die Prognose verlangt stringente Schwerpunktsetzung: Fördergelder sind auf nachweislich wirksame Vorhaben zu konzentrieren, Zielerreichung ist messbar zu machen, und Strukturen sind ohne Verzögerung an die realen Trends anzupassen. Das gilt für Stadt und Land gleichermaßen, jedoch mit unterschiedlichen Instrumenten und Zeithorizonten.
- Prioritäten setzen und Ressourcen bündeln
- Infrastruktur bedarfsgerecht anpassen
- Junge Familien halten und Anreize zielgenau ausrichten
- Projekte eng an Beschäftigung und Wertschöpfung koppeln
💰 Haushalt und Kontrolle Konservative Haushaltsdisziplin und klare Zielkontrolle sind Grundvoraussetzungen. Jede Förderung sollte an belastbare Wirkungsnachweise, Meilensteine und Rückfalloptionen gekoppelt werden. Nur so lassen sich knappe Mittel wirksam einsetzen und Fehlanreize vermeiden.
🔎 Ausblick und Prüfstein Cottbus profitiert von Großvorhaben und wird damit zum Lackmustest, ob Strukturpolitik mehr kann als Übergangshilfen zu verteilen. Wer heute nüchtern plant und investiert, sichert morgen Versorgung, Mobilität und kommunale Finanzen. So lässt sich verhindern, dass der demografische Trend zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Prognose ist kein Grund für hektischen Aktionismus, sondern für harte Prioritäten. Subventionen ohne klare Wirkung sind zu beenden, Mittel gehören dorthin, wo Arbeitsplätze und Forschung reale Bevölkerungsbindung erzeugen. Kommunen müssen Netze straffen, statt Strukturen künstlich zu konservieren. Haushaltsdisziplin und Zielkontrolle sind nicht verhandelbar, denn sie schützen die Daseinsvorsorge. Wer jetzt konsequent fokussiert, verhindert spätere Kaputtsanierung.


