📰 Sparkurs mit Folgen Wacker Chemie verschärft seinen Sparkurs und will weltweit mehr als 1.500 Stellen streichen. Der Einschnitt betrifft auch Sachsen: Für den Standort Nünchritz bei Riesa bleibt die konkrete Größenordnung vorerst offen, doch die Ankündigung erhöht den Druck auf das sächsische Chemiedreieck. Die Entscheidung fiel am 27. November 2025 und ist Teil eines konzernweiten Effizienzprogramms.
⚙️ Belastende Rahmenbedingungen Der Münchner Konzern reagiert auf anhaltend schwierige Voraussetzungen: hohe Energiepreise, dichte Regulierung, schwache Nachfrage und zunehmende Konkurrenz aus China. Branchenweit zeichnet der Chemieverband ein trübes Bild, von einer spürbaren Erholung in Deutschland ist frühestens mittelfristig die Rede. Wacker will seine Kostenbasis strukturell senken, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.
💶 Ziele des Programms Der Sparkurs zielt auf jährliche Einsparungen von über 300 Millionen Euro, rund die Hälfte davon über geringere Personalkosten. Insgesamt entspricht der geplante Stellenabbau etwa neun Prozent der Belegschaft. Der Schwerpunkt der Kürzungen liegt in Deutschland.
- Jährliche Einsparungen: über 300 Millionen Euro
- Personalanteil: rund die Hälfte der Einsparungen
- Umfang: etwa neun Prozent der Belegschaft
- Schwerpunkt: Maßnahmen vor allem in Deutschland
- Zeitplan: Start im ersten Quartal 2026, Umsetzung bis Ende 2027
🏭 Verteilung der Kürzungen Über die Verteilung der Maßnahmen auf einzelne Werke machte der Konzern zunächst keine Angaben. Für Sachsen ist das besonders relevant, da die Frage nach konkreten Auswirkungen auf regionale Arbeitsplätze damit offen bleibt.
📍 Unklarheit in Nünchritz Nünchritz ist Wackers Schlüsselstandort im Freistaat und wird als größter Chemiearbeitgeber Sachsens bezeichnet. Ob und in welchem Umfang dort Stellen entfallen, blieb zunächst unklar.
📌 Druck auf das Chemiedreieck Die Ankündigung erhöht den Druck auf das sächsische Chemiedreieck und verdeutlicht die Anfälligkeit energieintensiver Wertschöpfung für Kosten- und Regulierungsrisiken. Die Standortfrage rückt damit noch stärker in den Fokus.
🚨 Fazit und Handlungsbedarf Der Schritt ist ein Warnsignal für den Industriestandort Deutschland und ein Weckruf für Sachsen. Ohne verlässliche Energiepreise, planbare Regulierung und schnellere Verfahren drohen weitere Kürzungen in energieintensiven Kernen der Wertschöpfung. Wacker setzt auf harte Konsolidierung, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Politik und Verwaltung sind nun gefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern, damit Hightech-Chemie und qualifizierte Industriearbeitsplätze im Land bleiben. Für Nünchritz gilt es, wachsam zu bleiben, Szenarien vorzubereiten und um jeden zukunftsfesten Arbeitsplatz zu kämpfen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Entscheidung ist kein Zufall, sondern die logische Folge von jahrelang gestiegenen Kosten und regulatorischer Verdichtung. Wer energieintensive Industrie halten will, muss verlässliche Energiepreise, planbare Regeln und schnelle Verfahren garantieren. Subventionsreflexe ersetzen keine Strukturreformen; erforderlich sind Kostenrealismus, Technologieoffenheit und klare Prioritäten. Wacker handelt betriebswirtschaftlich konsequent, der Ball liegt nun bei Politik und Verwaltung. Für Sachsen gilt: nüchtern analysieren, entschlossen handeln, Standortvorteile stärken.


