🏛️ Debatte um Russlandkurs flammt im Bundestag auf Im Deutschen Bundestag ist die Auseinandersetzung über den richtigen Umgang mit Russland erneut hochgekocht. Auslöser war eine Debatte, in der die AfD eine Abkehr von der bisherigen Linie der Bundesregierung forderte. AfD-Co-Chefin Alice Weidel verlangte, Deutschland solle wieder Öl und Gas aus Russland beziehen, was unmittelbar Widerspruch von den anderen Fraktionen hervorrief.
📜 Hintergrund und Vorgeschichte Die jüngste Zuspitzung reiht sich in eine Serie kontroverser Debatten über Haltung und Kontakte der AfD zu Russland ein. Bereits am 5. November 2025 hatte das Parlament in einer Aktuellen Stunde das Verhältnis der AfD zu Moskau diskutiert. Redner aus Union, SPD und Grünen warfen der AfD vor, als Einfallstor russischer Interessen zu agieren; die AfD wies dies als durchsichtiges Wahlmanöver zurück und monierte fehlende Belege.
⚙️ Weidels Vorstoß und Reaktionen im Plenum In der aktuellen Debatte stieß die Forderung nach einer Rückkehr zu russischen Energielieferungen auf breite Ablehnung. Befürworter einer harten Linie verweisen seit Langem auf sicherheitspolitische Risiken, strategische Abhängigkeiten und die politische Erpressbarkeit Europas durch Moskau. Die Mehrheit im Haus machte deutlich, dass eine Revision der Sanktions- und Energiepolitik die europäische Geschlossenheit untergraben und das politische Signal an den Kreml verwässern würde.
💶 AfD-Argument Bezahlbare Energie zuerst Die AfD hält dagegen, bezahlbare Energie diene den nationalen Interessen und müsse pragmatisch priorisiert werden. Sie sieht sich durch die Kritik der anderen Fraktionen politisch diffamiert und wirft den Gegnern vor, eine künstliche Aufregung zu schüren.
🔒 Sicherheitsvorwürfe und Gegenangriffe Das Muster der Vorwürfe ist bekannt: Vertreter von CDU/CSU und SPD sprachen jüngst von einer „Gefährdung unserer Sicherheit“ durch das Agieren der AfD und kritisierten die regelmäßigen Russland-Kontakte der Partei. Die AfD konterte im Plenum, die Aufregung sei inszeniert; wenn es echte Beweise für illegales Verhalten gäbe, lägen diese auf dem Tisch. Der Schlagabtausch zeigt, wie eng die Linien von Energie-, Russland- und Sicherheitspolitik inzwischen miteinander verwoben sind.
🧩 Verhärtete Fronten und politische Einordnung Die Fronten bleiben verhärtet, in der Sache geht es um weit mehr als Energiepreise. Die Mehrheit betont die strategische Dimension des Kurses gegenüber Moskau und die Bedeutung eines klaren Signals. Die AfD stellt dem eine Kosten- und Versorgungslogik gegenüber und verweist auf nationale Prioritäten.
✅ Fazit Sicherheit vor kurzfristiger Entlastung Für eine verantwortungsvolle Außen- und Energiepolitik gilt: Sicherheit und Verlässlichkeit gehen vor kurzfristiger Entlastung. Eine Rückkehr zu russischen Öl- und Gaslieferungen würde Deutschland erneut in Abhängigkeiten treiben, die Europa nach 2022 mühsam reduziert hat. Transparenz über politische Kontakte, klare Distanz zu autoritären Regimen und Standfestigkeit gegenüber Einflussversuchen sind Voraussetzung, um deutsche Interessen zu schützen. Der Bundestag hat in den vergangenen Wochen markiert, dass der Kurs gegenüber Moskau keine naive Vertrauensfrage ist, sondern eine sicherheitspolitische Notwendigkeit, der die AfD widerspricht.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Forderung nach einer Rückkehr zu russischen Energielieferungen verkennt die sicherheitspolitische Lage. Staatliche Handlungsfähigkeit bemisst sich nicht am billigsten Molekül Energie, sondern an Verlässlichkeit, Abschreckung und europäischer Geschlossenheit. Wer die alten Abhängigkeiten neu belebt, macht Deutschland und Europa erpressbar. Transparenz und klare Distanz zu autoritären Regimen sind Pflicht, nicht Kür. Der Kurs der Mehrheit ist richtig und notwendig: Wehrhaftigkeit und planbare Versorgung statt riskanter Rückfälle.


