📰 Vertrag für BFZ unterzeichnet Nach längerer Hängepartie ist der Vertrag zur Einrichtung eines Bundesforschungszentrums für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen mit Standorten in Bautzen und Weimar unterzeichnet. Für die Aufbaujahre 2026 bis 2028 sind mehr als 52 Millionen Euro vorgesehen. In Bautzen wird 2026 ein Trägerverein mit Sitz in der Spreestadt gegründet und eine Geschäftsstelle aufgebaut; perspektivisch ist ein Startup-Inkubator geplant. Der Bautzener Landrat Udo Witschas spricht von einem „großen Schritt“ und davon, dass man Skeptikern das Gegenteil bewiesen habe.
ℹ️ Einordnung und Zielsetzung Das BFZ soll Forschung, Entwicklung und Praxistransfer im Bauwesen bündeln, um Klimaneutralität und Ressourceneffizienz schneller zu erreichen. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hatte das Vorhaben 2024 skizziert: Das Zentrum wird in die bestehende Forschungslandschaft eingebettet, nutzt vorhandene Strukturen und vernetzt regionale Schwerpunkte, damit Ergebnisse zügig in die bauliche Praxis überführt werden. Der Bund hatte dafür zunächst Planungsmittel freigegeben.
🗓️ Aufbau in zwei Stufen Der nun geschlossene Vertrag sieht eine gestufte Entwicklung vor. 2026 entsteht der Trägerverein mit Sitz in Bautzen, parallel nimmt die Geschäftsstelle in der Stadt ihre Arbeit auf. Die zugesagten Mittel von mehr als 52 Millionen Euro decken die Jahre 2026 bis 2028 ab und finanzieren Aufbau, Organisation und erste Projekte.
📍 Standortprofil Bautzen und Weimar Bautzen wird Verwaltungs- und Gründungssitz des Vereins und soll mit einem geplanten Inkubator die Brücke zur regionalen Wirtschaft schlagen. Die Doppelstruktur mit dem zweiten Standort Weimar soll wissenschaftliche Tiefe und angewandte Entwicklung verbinden.
🏛️ Politische Bedeutung Das Projekt war regional umstritten und zeitweise als gescheitert betrachtet worden. Mit der Vertragsunterzeichnung sieht Landrat Udo Witschas die Region dem Traum vom BFZ ein großes Stück näher. Das ist ein politisches Signal, das nach Jahren des Strukturwandels Erwartungen weckt, aber auch Verpflichtungen begründet.
🎯 Nächste Schritte und Maßstäbe Konservativ betrachtet zählen jetzt drei Dinge: erstens Verlässlichkeit bei Finanzierung und Governance über 2028 hinaus; zweitens klare, messbare Ergebnisse wie Pilotprojekte, Patente, Ausgründungen und Qualifizierung, die den eingesetzten Bundesmitteln standhalten; drittens eine saubere Arbeitsteilung zwischen Bautzen und Weimar, damit keine Doppelstrukturen entstehen.
⚙️ Verantwortung vor Ort und Risiken Der angekündigte Vereinssitz und die Geschäftsstelle in Bautzen schaffen greifbare Verantwortung vor Ort. Gelingt die enge Verzahnung von Forschung, Mittelstand und Baupraxis, kann das BFZ der Lausitz einen nachhaltigen Schub geben. Bleiben Transparenz, Kostenkontrolle und Ergebnisdruck hingegen auf der Strecke, droht das Zentrum zu einer weiteren gut gemeinten, aber teuren Struktur zu werden. Die Messlatte liegt hoch – und sie liegt aus gutem Grund hoch.
🗨️ Kommentar der Redaktion Das BFZ ist Chance und Prüfstein zugleich. Geld ist knapp, Symbole genügen nicht. Wer jetzt Millionen erhält, muss liefern: messbare Ergebnisse statt Selbstdarstellung. Über 2028 hinaus braucht es Eigenständigkeit statt Dauerförderung. Transparente Strukturen, strikte Kostendisziplin und klare Zuständigkeiten zwischen Bautzen und Weimar sind nicht verhandelbar.


