🚓 Mehr Verstöße an Sachsens Grenzen An Sachsens Grenzen zu Polen und Tschechien registriert die Bundespolizei deutlich mehr Verstöße beim Einführen gefährlicher Böller und Raketen. Die Beamten warnen vor erheblichen Risiken für Unbeteiligte und kündigen konsequentes Vorgehen an. Zugleich verzichten die Großstädte im Freistaat zum Jahreswechsel auf neue Verbotszonen und appellieren an die Eigenverantwortung.
🎆 Gefährliche Importware F3 und F4 Im Fokus stehen pyrotechnische Artikel aus Polen und Tschechien der Gefährlichkeitskategorien F3 und F4, darunter besonders potente Böller und sogenannte Kugelbomben. Der Kauf im Ausland mag legal sein, für Einfuhr und Umgang in Deutschland ist jedoch eine behördliche Erlaubnis erforderlich. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit oder als Straftat verfolgt.
🛂 Kontrollen verstärken den Trend Zusätzlichen Schub erhält die Entwicklung durch die seit September 2024 wieder eingeführten Grenzkontrollen im Schengenraum. In fast allen Monaten von Januar bis September 2025 lagen die registrierten Delikte über dem Vorjahresniveau.
📊 Mehr Sprengstoffdelikte in der Direktion Pirna Zwischen Januar und September 2025 zählte die Bundespolizeidirektion Pirna 122 Sprengstoffdelikte – rund 28 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Behörde rechnet damit, dass die Zahlen in den Wochen um Silvester weiter steigen.
🚚 Beispiele aus Kontrollen Bei jüngsten Prüfungen wurden Fahrzeuge mit mehreren Kartons pyrotechnischer Artikel gestoppt, mit jeweils etwa 30 Kilogramm Nettoexplosivmasse. Das illustriert das erhebliche Gefahrenpotenzial und die strafrechtliche Relevanz solcher Funde.
⚖️ Rechtslage, Strafen und Kosten Rechtlich drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro oder im Höchstfall drei Jahre Haft; kommt es zu Verletzten, kann die Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre betragen. Zudem können die Kosten für den kontrollierten Abtransport und die Entsorgung den Verursachern auferlegt werden.
📈 Bundesweiter Trend Auch bundesweit zeigt sich der Anstieg: Die Zahl der registrierten Straftaten gegen das Sprengstoffgesetz stieg von 417 im Jahr 2021 kontinuierlich auf 1.054 im vergangenen Jahr.
🏙️ Kommunale Zurückhaltung Dresden, Leipzig und Chemnitz planen über die bestehenden Einschränkungen – etwa in der Nähe von Kirchen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen – hinaus keine zusätzlichen Böllerverbotsbereiche. Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen wirbt dennoch für freiwilligen Verzicht: Weniger Feuerwerk entlaste Menschen und Tiere.
🧭 Ausblick und Appell Die Lage ist klar: Mehr Schmuggel gefährlicher Pyrotechnik trifft auf begrenzte Verbote – die Verantwortung verlagert sich stärker auf den einzelnen Bürger. Wer sich an Recht und Ordnung hält und auf illegale Ware verzichtet, schützt sich selbst und andere und vermeidet empfindliche Strafen. Die Sicherheitsbehörden werden in den Wochen vor dem Jahreswechsel intensiver kontrollieren; Vorsatz und Leichtsinn sind hier kein Kavaliersdelikt.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die steigenden Zahlen illegaler Pyrotechnik sind kein Randphänomen, sondern ein deutliches Signal für konsequente Durchsetzung von Recht und Ordnung. Wer ohne Erlaubnis importiert, handelt verantwortungslos und muss mit empfindlichen Strafen rechnen; hier ist Nulltoleranz angezeigt. Grenzkontrollen und Schwerpunktkontrollen vor Silvester sind richtig und sollten strikt fortgeführt werden. Die kommunale Zurückhaltung bei neuen Verbotszonen entbindet niemanden von der Pflicht, gesetzeskonform zu handeln. Bürgersinn heißt in diesem Fall: Finger weg von illegaler Ware und Respekt vor Sicherheit und Gesundheit der Mitmenschen.


