🛡️ Kernaussage Führende Sicherheits- und Militärexperten warnen, dass selbst ein Machtwechsel in Moskau die Gefahr eines russischen Angriffs auf europäische Staaten nicht mindern würde. Auf einer Fachkonferenz in Vilnius wurden die strukturellen Treiber russischer Aggression als fortbestehend bewertet.
🧭 Hintergrund der Tagung Auf der Konferenz Defending Baltics in Litauen diskutierten internationale Fachleute Lehren aus dem Ukrainekrieg und Konsequenzen für die Verteidigung Westeuropas.
⏱️ Zeithorizont der Bedrohung Der lettische Verteidigungspolitik-Experte Sandis Šrāders betonte, ein russischer Angriff könne früher erfolgen als bislang bis 2030 häufig angenommene Zeithorizonte. Als Indizien nannte er Provokationen rund um das Manöver Sapad in Belarus nahe der polnischen Grenze sowie die russische Darstellung des Krieges als Konfrontation mit dem Westen.
🪖 Russlands militärische Optionen Der US-Analyst George Barros vom Institute for the Study of War konstatierte, Russlands Armee sei nach frühen Schwächen wieder zu großangelegten Offensiven fähig; die NATO müsse sich entsprechend vorbereiten.
🏭 Industrie als Schlüssel zur Abschreckung Nötig sei vor allem eine schnelle Innovations- und Produktionsfähigkeit der europäischen Industrie, um der Lage angemessen zu begegnen.
✈️ Wachsende Luftbedrohung Estlands Generalstabschef Andrus Merilo hob die wachsende Bedrohung aus der Luft hervor – insbesondere durch Drohnen und andauernde Luftraumverletzungen – und forderte robuste Gegenmaßnahmen.
🧱 Strukturelle Kontinuität in Moskau Teilnehmer warnten zudem, dass selbst das mögliche Ableben Wladimir Putins an Moskaus Kurs wenig ändern würde: Der Staat habe Eliten tiefer in den Militärapparat eingebunden, eine Reservearmee im Aufbau und die Ökonomie auf Kriegsproduktion ausgerichtet – Faktoren, die eine harte, längerfristige Konfrontation mit dem Westen begünstigen.
🎯 Konservative Schlussfolgerung Aus konservativer Sicht folgt daraus ein klarer Handlungsauftrag: Europas Abschreckungsfähigkeit muss zügig und substantiell gestärkt werden.
📌 Prioritäten im Überblick Im Zentrum stehen integrierte Luft- und Raketenabwehr, Aufklärung und Führungsfähigkeit, verlässliche Munitions- und Ersatzteilvorräte, Schutz kritischer Infrastruktur sowie die Resilienz der Zivilgesellschaft. Darüber hinaus sind Beschaffung, Interoperabilität – etwa bei unbemannten Systemen – und industrielle Kapazitäten auf Krisenfestigkeit auszurichten.
- Integrierte Luft- und Raketenabwehr aufbauen und vernetzen
- Aufklärung und Führungsfähigkeit stärken
- Munitions- und Ersatzteilvorräte auffüllen und sichern
- Kritische Infrastruktur widerstandsfähig schützen
- Interoperabilität verbessern, insbesondere bei unbemannten Systemen
- Industrielle Kapazitäten krisenfest ausrichten
💶 Voraussetzungen für Sicherheit Wer Russlands Strategie nüchtern bewertet, kommt nicht umhin: Europas Sicherheit hängt jetzt von politischem Willen, verlässlicher Finanzierung und konsequenter Umsetzung ab.
🗨️ Kommentar der Redaktion Halbherzige Beschlüsse und symbolische Initiativen reichen nicht mehr aus; der Kontinent muss zur nüchternen Realpolitik zurückkehren. Abschreckung funktioniert nur, wenn Fähigkeiten vorhanden, einsatzbereit und sichtbar sind. Wer angesichts klarer Warnsignale zaudert, erhöht die Risiken und die künftigen Kosten. Sicherheit ist die erste Staatsaufgabe und duldet keine Ausreden. Europas Regierungen müssen jetzt Prioritäten ordnen, Budgets verlässlich unterlegen und Blockaden in Beschaffung und Industrie entschlossen auflösen.


