🔧 Teurer als gedacht: Windpark Wacheberg könnte 2026 vom Netz gehen

📰 Einleitung Die Zukunft des Windparks am Wacheberg in Leutersdorf steht auf der Kippe. Nach Angaben der Sächsischen Zeitung wird geprüft, die Anlagen bereits 2026 stillzulegen; ausschlaggebend seien steigende Kosten für notwendige Umrüstungen und absehbare Reparaturen. Eine Entscheidung soll noch bis zum Jahresende fallen.

🕰️ Hintergrund und Technik Der Windpark gehört zu den frühen Projekten der Region nach der Wiedervereinigung – ein Symbol des damaligen Aufbruchs, inzwischen jedoch technisch in die Jahre gekommen. Ältere Anlagen müssen teils kostenintensiv an neue Anforderungen angepasst werden. Besonders im Fokus steht die bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung (BNK), die seit 1. Januar 2025 für Bestandsanlagen aktiv sein oder deren Umsetzung behördlich nachgewiesen sein muss – ein Aufwand, der zusätzliche Planung, Genehmigungen und Investitionen erfordert.

💸 Wirtschaftliche Zwickmühle Nach Informationen der Sächsischen Zeitung ergibt sich die wirtschaftliche Lage aus zwei Faktoren: Umrüstungspflichten schlagen spürbar auf die Kosten, und mit dem Alter steigen die Risiken teurer Instandsetzungen an Komponenten wie Getriebe, Rotorblättern und Elektrik. Zusammen kann dies die Rentabilität auffressen, zumal Wartungsfenster und Lieferketten länger geworden sind.

📌 Die Kostentreiber Die zentralen Punkte im Überblick:

  • Umrüstungspflichten, insbesondere bei Kennzeichnung und Steuerungstechnik.
  • Alterungsbedingte Risiken teurer Instandsetzungen an Getriebe, Rotorblättern und Elektrik.

📅 Szenarien und Zeitplan Vor diesem Hintergrund wird geprüft, ob der Weiterbetrieb wirtschaftlich vertretbar ist oder ob ein geordneter Rückbau die vernünftigere Option darstellt. Dass die „weißen Riesen“ bereits 2026 vollständig verschwinden könnten, steht ausdrücklich im Raum; endgültig ist indes noch nichts entschieden.

📜 Regulatorischer Rahmen Regulatorisch besteht wenig Spielraum: Die BNK-Pflicht und flankierende Vorgaben sind gesetzt. Branchen- und Ministeriumshinweise ermöglichten Übergangslösungen und Vollzugshinweise, doch Investitionen in Technik und Dokumentation fallen weiterhin an. Das erhöht den Druck, klare betriebswirtschaftliche Entscheidungen zu treffen – entweder für zusätzliche Millionenaufwände mit unsicherer Ertragskurve oder für das Ende des Betriebs.

🏞️ Bedeutung für Region Der Fall Wacheberg ist exemplarisch für die erste Generation deutscher Windparks: Was einst als Pionierprojekt startete, wird heute an technischen Pflichten, Reparaturrisiken und nüchterner Wirtschaftlichkeit gemessen. Für Anwohner und Kommune ist entscheidend, dass Betreiber und Behörden die Kosten-Nutzen-Rechnung offenlegen und eine verlässliche, rechtssichere Lösung finden – ohne Symbolpolitik, dafür mit klaren Prioritäten bei Versorgungssicherheit, Kostenwahrheit und Landschaftsschutz.

🔭 Ausblick Kommt die angekündigte Entscheidung fristgerecht, könnte sie den weiteren Kurs für den Standort – Repowering, Verlängerung oder Rückbau – endgültig vorgeben.

🗨️ Kommentar der Redaktion Die Maßstäbe sind klar: Rechtssicherheit, Kostenwahrheit, Versorgungssicherheit und Landschaftsschutz – nicht Symbolpolitik. Wenn der Weiterbetrieb nur mit zusätzlichen Millionenaufwänden und unsicherer Ertragskurve möglich ist, ist ein geordneter Rückbau ehrlicher als das Hinauszögern. Regeln wie die BNK-Pflicht gelten für alle und müssen durchgesetzt werden; Übergänge sind Hilfen, keine Ausreden. Repowering kann nur dann in Frage kommen, wenn es wirtschaftlich tragfähig ist und die Eingriffe in die Landschaft vertretbar bleiben. Die Betreiber müssen ihre Rechnung offenlegen, die Behörden zügig entscheiden – am besten fristgerecht noch in diesem Jahr.

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