📰 Transparenz als Zugangsvoraussetzung China verknüpft den Zugang zu Seltenerd-Rohstoffen zunehmend mit weitreichenden Transparenzpflichten. Wer Exportlizenzen erhalten will, muss im Antrag sensible Informationen zum Materialfluss und zur Endverwendung offenlegen. Europäische Institutionen warnen vor Technologieabfluss und pochen auf Gegenmaßnahmen.
📅 Hintergrund der Maßnahmen Am 4. April 2025 führte Peking als Reaktion auf erhöhte US-Zölle Ausfuhrbeschränkungen für sieben Seltenerd-Elemente und für daraus gefertigte Permanentmagnete ein. China hält in diesem Markt eine quasi-monopolistische Stellung; betroffen sind Schlüsselbranchen wie Verteidigung, Energie und Automobil. Seither sind zusätzliche Genehmigungen Pflicht – mit spürbarer politischer Dimension.
🔎 Brisante Tiefe der Offenlegung Im Genehmigungsverfahren müssen Antragsteller sensible Daten offenlegen, einschließlich detaillierter Endverwendungsnachweise. Das birgt erhebliche Risiken für Geschäftsgeheimnisse und sicherheitsrelevante Informationen.
🏛️ Bewertung durch das Europäische Parlament Das Europäische Parlament wertet die Auflagen als Instrumentalisierung kritischer Rohstoffketten. Es fordert eine beschleunigte Umsetzung des EU‑Rohstoffgesetzes sowie strategische Partnerschaften mit verlässlichen Staaten, um Abhängigkeiten zu reduzieren und den Schutz vertraulicher Unternehmensinformationen zu stärken.
⚙️ Auswirkungen auf Schlüsselindustrien Die Vorgaben treffen besonders Bereiche mit hoher Seltenerd-Nachfrage. Verteidigung, Energie und Automobil geraten damit stärker in den Sog politischer Vorgaben entlang der Rohstoffketten.
⚖️ Compliance-Druck und Sicherheitsfragen Die verlangte Transparenz erhöht den Compliance-Aufwand und verschärft das Risiko eines Technologieabflusses. Unternehmen sehen sich gezwungen, sensible Prozess- und Nutzungsdaten preiszugeben, deren Missbrauch erhebliche strategische Nachteile nach sich ziehen kann.
🧭 Handlungsoptionen für Europa Ziel der europäischen Antwort ist es, Abhängigkeiten zu verringern und vertrauliche Informationen besser zu schützen. Dazu werden der Ausbau eigener Kapazitäten und verlässliche internationale Partnerschaften priorisiert.
- Lieferketten diversifizieren.
- Recycling und Verarbeitungskapazitäten in Europa ausbauen.
- Compliance-Risiken strikt managen.
- Ohne Illusionen über die derzeitige Marktmacht des dominanten Lieferanten agieren.
🧩 Einordnung und Ausblick Die Seltenerd-Politik Pekings macht die Verwundbarkeit westlicher Industrien sichtbar. Unternehmen und Regierungen müssen jetzt strukturell ansetzen: Diversifizierung, Kapazitätsaufbau und striktes Risikomanagement sind zur Absicherung der Versorgung unabdingbar.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Eskalation bestätigt, dass Europa seine strategischen Abhängigkeiten zu lange unterschätzt hat. Die Antwort darf nicht im Appell steckenbleiben: Das EU‑Rohstoffgesetz ist zügig und strikt umzusetzen, flankiert von belastbaren Partnerschaften. Offenlegungspflichten, die Geschäftsgeheimnisse gefährden, sind kein Preis, den europäische Unternehmen zahlen sollten. Wer Zugang zu kritischen Rohstoffen will, braucht Gegenseitigkeit, klare Schutzmechanismen und harte Compliance. Ohne rasche Diversifizierung bleibt Europa verwundbar – und der dominante Lieferant setzt die Spielregeln.


