⛽️ Auktionen statt Fixpreis: ADAC warnt vor teurerem Tanken ab 2026

Neue Preislogik ab 2026 Ab dem 1. Januar 2026 ändert sich die Preislogik an deutschen Zapfsäulen: Die staatliche CO₂-Abgabe auf Benzin und Diesel wird nicht mehr zum Fixpreis erhoben, sondern über Auktionen innerhalb eines Preisrahmens ermittelt. Der ADAC rechnet dadurch mit einem Aufschlag von bis zu rund drei Cent je Liter gegenüber 2025 – ein weiterer Belastungspunkt für Pendler und Vielnutzer.

📌 Bisherige CO₂-Bepreisung Seit 2021 gilt in Deutschland eine nationale CO₂-Bepreisung für fossile Kraftstoffe. Der Satz steigt stufenweise und liegt 2025 bei 55 Euro pro Tonne CO₂. Das entspricht derzeit einem Zuschlag von etwa 15,7 Cent pro Liter Benzin und 17,3 Cent pro Liter Diesel – zusätzlich zum eigentlichen Kraftstoffpreis. Ziel der Politik ist es, Emissionen zu verteuern und Investitionen in sparsamere oder alternative Antriebe zu fördern.

🧭 Korridor und Auktionen Mit dem Systemwechsel 2026 soll der CO₂-Preis über Versteigerungen in einem Korridor von zunächst 55 bis 65 Euro pro Tonne ermittelt werden. Im ungünstigen Fall – also am oberen Rand des Korridors – erhöht sich der CO₂-Anteil gegenüber 2025 um rund zehn Euro je Tonne.

📈 Mögliche Aufschläge an der Zapfsäule Der ADAC leitet daraus einen Mehrpreis von bis zu knapp drei Cent pro Liter Benzin und etwas über drei Cent pro Liter Diesel ab; der CO₂-Anteil am Liter läge dann bei maximal rund 18,6 Cent (Benzin) bzw. 20,5 Cent (Diesel). Wie stark dies an der Zapfsäule durchschlägt, hängt zusätzlich von Ölpreis, Wettbewerb und regionalen Faktoren ab.

🧮 Was das im Jahr bedeutet Zur Einordnung: Wer 1.200 Liter pro Jahr tankt, zahlt bei einem Aufschlag von drei Cent pro Liter etwa 36 Euro mehr – allein wegen der neuen CO₂-Bepreisungssystematik.

🔭 Blick über 2026 hinaus Über 2026 hinaus warnt der ADAC vor deutlich stärkeren Zuschlägen: Mit dem Eintritt des europäischen Emissionshandels für Wärme und Verkehr (ETS 2) ab 2027 könnte der CO₂-Preis spürbar steigen. In Szenarien ist von Zusatzkosten von bis zu 19 Cent pro Liter in den Folgejahren die Rede, sofern die Klimaziele anders nicht erreicht werden. Der Club fordert daher Entlastungen für Verbraucher – etwa für Berufspendler und Menschen im ländlichen Raum.

🧰 Politische Einordnung Die Weichen sind gestellt: 2026 bringt Marktelemente in die nationale CO₂-Bepreisung – mit hoher Wahrscheinlichkeit zulasten der Autofahrer. Politisch gewollte Lenkungseffekte treffen auf einen bereits volatilen Kraftstoffmarkt. Angesichts der Belastungen wäre mehr Planungssicherheit angezeigt: transparente Kommunikation, verlässliche Preispfade und zielgenaue Entlastungen für jene, die auf das Auto angewiesen sind.

💡 Tipps für Verbraucher Für Verbraucher bleibt es ratsam, den Preiszeitpunkt zu nutzen, sparsamer zu fahren und – wo möglich – auf effizientere Antriebe umzustellen.

  • Günstige Preiszeitpunkte nutzen
  • Sparsame Fahrweise und geringerer Verbrauch
  • Umstieg auf effizientere Antriebe, wo möglich

🗨️ Kommentar der Redaktion Die Einführung der Auktionslogik erhöht die Unsicherheit an der Zapfsäule und trifft vor allem diejenigen, die täglich auf ihr Auto angewiesen sind. Ein Preiskorridor mag ordnungspolitisch attraktiv sein, er lässt Verbraucher jedoch mit zusätzlichem Risiko zurück. Bevor weitere Belastungen absehbar werden, braucht es verlässliche Pfade und gezielte Entlastungen für Pendler und ländliche Regionen. Marktsignale sind sinnvoll, aber sie ersetzen nicht die Pflicht der Politik zur Planbarkeit. Wer Mobilität verteuert, muss Alternativen zunächst praktikabel und bezahlbar machen.

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