🛡️ Erfurts Weihnachtsmarktchef fordert klare Zuständigkeiten bei Sicherheit – keine Symbolpolitik

📰 Überblick In Erfurt warnt der Vorsitzende des Thüringer Schaustellervereins, René Otto, vor überzogenen Erwartungen an private Veranstalter bei der Absicherung des Weihnachtsmarktes. Sicherheit bleibt unerlässlich, doch die Verantwortung für Terrorabwehr dürfe nicht auf Budenbetreiber und Städte abgewälzt werden. Nach dem Anschlag von Magdeburg 2024 wurden vielerorts zusätzliche Sperren und mehr Personal eingeführt – Otto mahnt dabei zu Realismus.

🛡️ Verantwortung und Grenzen Otto spricht von einer Schieflage: „Diese Terrorabwehr ist eigentlich die Aufgabe des Staates – nicht des Veranstalters.“ Sein Appell richtet sich an Politik und Behörden, die Kernaufgabe der Gefahrenabwehr klar staatlich zu verorten und die Betreiber nicht mit sicherheitspolitischen Pflichten zu überfrachten.

🚧 Sicherheitslage und Maßnahmen Der Erfurter Weihnachtsmarkt zählt zu den großen Publikumsveranstaltungen in Thüringen. Infolge der verschärften Lage prägen Schutzvorkehrungen das Bild. Dazu gehören:

  • mobile Straßensperren
  • Betonblöcke
  • verstärkte Sicherheitsdienste

💶 Kostendruck auf der Branche Die sichtbaren Maßnahmen sind kostspielig und treffen zunehmend die Schausteller. Ein Teil der Zusatzkosten wird von den Betreibern getragen und teils in den Preisen abgebildet – das sorgt bei Gästen für Unmut und erhöht den wirtschaftlichen Druck auf die Budenbetreiber.

🎯 Realismus statt Symbolik Otto plädiert dafür, „die Kirche im Dorf“ zu lassen: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Symbolische Aufrüstung um ihrer selbst willen ist aus seiner Sicht kein Ersatz für wirksame, zielgerichtete Konzepte.

🤝 Dialog mit Politik und Behörden Die Branche signalisiert Gesprächsbereitschaft. Ziel sind praktikable, verhältnismäßige und finanzierbare Sicherheitskonzepte, die den Betrieb der Märkte ermöglichen, ohne Akteure vor Ort zu überfordern.

🎪 Stimmung und Saisonfinale Trotz Mehrbelastungen beschreibt Otto die Stimmung vor Ort als gut. Weihnachtsmärkte gelten als „Saisonfinale“, auf das sich Schausteller und Besucher freuen – vorausgesetzt, die Auflagen bleiben nachvollziehbar und handhabbar.

Fazit Die Botschaft aus Erfurt ist klar: Sicherheit ja – aber mit Augenmaß und klarer staatlicher Zuständigkeit. Gefordert sind nachvollziehbare Maßnahmen mit messbarer Wirkung sowie eine faire Finanzierung, die kulturelle Traditionen nicht erdrosselt. Wer öffentliche Sicherheit verlangt, muss sie auch verantworten – und bezahlen.

🗨️ Kommentar der Redaktion Der Staat hat die Schutzpflicht – Punkt. Sicherheitsaufgaben auf Schausteller zu verlagern, schwächt die öffentliche Ordnung und bestraft diejenigen, die kulturelle Traditionen tragen. Symbolpolitik ersetzt keine wirksame Gefahrenabwehr; gefragt sind messbare Maßnahmen und klare Zuständigkeiten. Die Finanzierung gehört in staatliche Hand, nicht in die Kasse kleiner Betriebe. Weihnachtsmärkte sind Teil unseres gesellschaftlichen Erbes und dürfen nicht durch überzogene Auflagen ausgehöhlt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktuelle Nachrichten

Folg uns

Folg uns auf Social Media

Verpasse keine News und Updates – folge uns jetzt!

Täglich aktuelle Nachrichten aus Zittau, der Oberlausitz und ganz Deutschland

Zittauer Zeitung | Echt. Lokal. Digital.